Europäische Heilige

Köln, Dom, Langhaus, Südliches Seitenschiff, Bayernfenster: Anbetung der Heiligen Drei Könige, Detail. © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: M. Welschenbach
Köln, Dom, Langhaus, Südliches Seitenschiff, Bayernfenster: Anbetung der Heiligen Drei Könige, Detail. © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: M. Welschenbach

Die Heiligen Drei Könige

Im Neuen Testament (Mt 2,1-12) ist die Rede von "Weise Männer, Magier oder Sterndeutern", die aus dem Osten kommend, einem Stern folgen, der sie an die Krippe des neugeborenen Kindes bringt.

 

In der Geschichte der Heiligen Drei Könige wird davon berichtet dass sich die Heiligen Männer um das Kind Jesus sorgten, das sie vor Gewalt und Tod bewahren wollten. Vor allem wollten sie vermeiden, dass König Herodes den Gottes Sohn ermorden ließ. Und sie brachten dem Kind, Maria und Josef ihren Segen, was durch kostbare Geschenke, die eines Königs würdig sind, deutlich gemacht wurde. 

 

Weitere Entwicklung

Wie sie zu ihren Namen kamen

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte nehmen diese Weisen Männer immer konkretere Züge an. Im Evangelium ist keine Anzahl von Magiern genannt, aber vom 6. Jahrhundert an spricht man von drei  Männern - was abgeleitet wird von den Geschenken, die sie mitgebracht haben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese sind auch ihre Attribute.

 

Vom 8. Jahrhundert an werden diese Männer mit Namen belegt, wobei auch diese Namen anfangs noch wechseln. Es gibt eine griechische und hebräische Versionen. Ungefährt vom 12. Jahrhundert an lassen sich für die lateinische Tradition die Namen Caspar, Melchior und Balthasar belegen. Zu dieser Zeit etabliert sich auf der Titel "Könige". 

 

 

Am 6. Januar wird der Gedenktag der Hl. Drei Könige begangen
Am 6. Januar wird der Gedenktag der Hl. Drei Könige begangen

Köln - stadt der heiligen drei könige

Kölner Dom - Kathedrale und Weltkulturerbe
Kölner Dom - Kathedrale und Weltkulturerbe

Wie ihre Reliquien nach Köln kamen

Ursprünglich sollten die Gebeine der Heiligen Drei Könige in Konstantinopel verehrt worden sein, wohin die Heilige Helena sie der Legende nach im 3. Jahrhundert gebracht hat. Allerdings hat Kaiser Konstantin sie schon wenige Jahre später Bischof Eustorgius I. geschenkt, der sie noch im 4. Jahrhundert nach Mailand überführte.

 

Nach der Eroberung Mailands durch Kaiser Barbarossa (1162) gelangten die Reliquien nach Köln. Am 23. Juli 1164 sind sie feierlich überführt worden, nachdem der Kaiser diese dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel geschenkt hatte. In Köln ist extra für diese kostbaren Reliquien eine Kirche gebaut worden. Seitdem ist Köln ein Zentrum der Verehrung dieser Heiligen und kann auf eine lange lebendige Tradition von Wallfahrten und Prozessionen zu Ehren der Heiligen Drei Könige zurückblicken.

 

Aus einer politischen Motivation wird echte Frömmigkeit

Der Weg, den der Kölner Erzbischof mit den Gebeinen nahm, war wohl überlegt und in seinem Verlauf bedeutungsvoll. Er ist zwar nicht in allen Einzelheiten, aber im Hauptverlauf belegt. Rainald verließ Italien und den Pass des Mont Cenis Richtung Frankreich. Auf diese Weise reiste er mit den Heiligen Drei Königen durch die damaligen "Drei Königreiche" des Reiches: Italien, Burgund und das Regnum Teutonicum (Deutschland). Überall auf seinem Zug entfachte Rainald einen Sturm der Begeisterung, der noch deutlich in den erhaltenen Berichten nachklingt.

 

Durch die Burgundische Pforte erreichte er den Oberrhein und gelangte dann zu Schiff nach Köln. Aufgrund einer keineswegs unzweifelhaften Überlieferung wird angenommen, dass die Reliquien des Heiligen Apollinaris unterwegs in Remagen zurückgelassen wurden. Durch ein Wunder soll nämlich die Weiterfahrt des Schiffes mit dessen Gebeinen verhindert worden sein. So wurde der Martinsberg von Remagen zum Apollinarisberg.

 

Am 23. Juli 1164 traf der Erzbischof dann mit den Reliquien in Köln ein. Sie wurden unter großem Jubel und begleitet von liturgischen Gesängen in den alten Dom getragen. Rainald wollte ursprünglich vermutlich die Bedeutung der Heiligen Drei Könige für die Reichspolitik nutzen. Mit dem glorreichen Einzug in Köln begann die Begeisterung des gläubigen Volkes, die Tradition der Dreikönigsreliquien zu entpolitisieren. Die echte Frömmigkeit zerstörte schließlich die ideologischen Pläne zur Selbstdarstellung von Kaiser und Reich.

Die Sternsinger

Das sind rund 300.000 Mädchen und Jungen, die die Erinnerung an die Heiligen Drei Könige wach halten und die zu Beginn eines jeden Jahres in königlichen Gewändern Gottes Segen zu den Menschen bringen und Geld für Kinder in Not sammeln.

 

 

Sternsinger: Kinder verkleiden sich traditionell als Hl. Drei Könige
Sternsinger: Kinder verkleiden sich traditionell als Hl. Drei Könige

Die Heiligen der weiteren wochen sind hier zu finden

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