Heiliger der Woche: Johannes der Täufer

Der Heilige Johannes - Foto: (C) Milka Radomirova
Der Heilige Johannes - Foto: (C) Milka Radomirova

Sein Leben

Der Hl. Johannes der Täufer, bekannt als Johannes der Vorläufer, ist Cousin und Vorgänger von Jesus Christus, der nach den Texten des Evangelium das Kommen des Messias (Christus) voraussagt.

Er hat ein Einsiedlerleben in der Wüste geführt. Johannes der Täufer wurde ein halbes Jahr vor Jesus Christus geboren. Er ist der Sohn Sacarias, des Priesters, aus der Familie Aarons und der Gerechten Elisabeth aus der Familie Davids. Wie der Evangelist Lukas berichtet, erscheint der Erzengel Gabriel im Tempel von Sacaria und verkündet die Empfängnis seines Sohnes, nachdem er bis ins hohe Alter ein gottesfürchtiges Leben geführt hat, aber es ihm nicht vergönnt war, ein Kind zu haben. So wird schließlich in diese Familie ein Sohn geboren, der in heißen Gebeten erbeten wurde.

 

Der junge Johannes (als Baby) entgeht dem Schicksal der tausenden ermordeten Babys in Bethlehem und in der Umgebung und beginnt im Alter von 29 (30) Jahren mit seinen Predigten. Vielleicht wurde er im dreißigsten Jahr der neuen Ära auf Befehl von König Herodes Antipas ermordet. Nach dem Evangelium führt Johannes ein asketisches Leben am Ufer des Flusses Jordan, trägt ein grobes Priestergewand und isst wilden Honig und Akriden. Im Alter von 29 (30) Jahren beginnt er zu predigen und Menschen zu taufen. Er spendet auch Jesus die Taufe. Dieser Tag wird als Epiphanie, Gotteserscheinen, geehrt.

Der Heilige Johannes *
Der Heilige Johannes *

Der jüdische König Herodes versucht Herodias, die Frau seines Bruders Philip, zu verführen. Johannes der Täufer wird Zeuge des Geschehens und wendet sich an ihn mit den entlarvenden Worten: "Du darfst sie nicht haben!"

 

Nach diesen Worten wurde er im Kerker eingesperrt. An seinem Geburtstag gab Herodes eine Festmahl und die Tochter von Herodias - Salome - tanzte für ihn. Nachdem sie ihren Tanz beendet hatte, schwört er ihr, dass er ihr geben werde, was sie sich wünsche. Salome fragte ihre Mutter danach, was sie sich wünschen soll, und die antworte ihr: "Den Kopf von Johannes dem Täufer." Um den Eid zu erfüllen, gab Herodes den Befehl, Johannes zu enthaupten und seinen Kopf der Tänzerin auf einem Tablett zu bringen.

 

Nach dem Abschlagen seines Kopfes befahl Herodias, den Kopf nicht mit dem Körper zusammen zu begraben, weil sie Angst vor der Auferstehung des schrecklichen Propheten hatte. Also vergrub man seinen Kopf an einem geheimen und unbekannten Ort, tief in der Erde. Ihre Hofdame Johanna, Husahs Frau, konnte es nicht ertragen den Kopf eines Gottesmannes an einem unbekannten Ort zu lassen und sie ließ den Kopf heimlich auszugraben und ihn nach Jerusalem bringen, wo man ihn im Eleoniswald begrub. Ohne dies zu wissen, bekam König Herodes große Angst als er begriff, dass Jesus große Wunder tat, und sagte: "Das ist Johannes, den ich enthauptet habe. Er ist von den Toten auferstanden."

 

Später entsagte ein reicher Mann, der an Jesus glaubte, seinem Reichtum und wurde Mönch (Inokentiy benannt). Er wohnte im Eleoniswald an demselben Ort, wo der Kopf von Johannes dem Täufer begraben war. Er wollte sich eine Zelle bauen und fing an zu graben. Er hat ein Gefäß gefunden, in dem es einen Kopf gab, von dem man ihm auf geheimnisvolle Weise erzählte, dass er von Johannes dem Vorläufer sei. Gemäß der Vorsehung Gottes wurde dieser wundertätige Kopf von Hand zu Hand weitergegeben bis in die Zeit der gläubigen Königin Teodora, Mutter von Michael und Frau des Königs Theophilus, und wurde in der Zeit des Patriarchen Ignatius nach Konstantinopel transportiert.

 

Anderen Quellen zufolge wurde der Kopf von Johannes dem Täufer in einer Kirche beigesetzt, die von Königin Elena, die Mutter von Konstantin dem Großen, während ihrer Pilgerfahrt ins Heilige Land gegründet wurde und seinen Namen trägt. Die Kirche "Der Hl. Johannes der Täufer" in Damaskus und wurde 635 von Muslimen eroberten und in eine Moschee verwandelten, die heute als Omayjad-Moschee oder die Große Moschee in Damaskus bekannt ist. Sie ist eine der größten in der Welt und bewahrt immer noch den Kopf von Johannes dem Täufer, der bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurde. Im Jahr 2001 besuchte Papst Johannes Paul II. Damaskus und die Omayjad-Moschee und verehrt die heiligen Reliquien. Er ist der erste Papst, der eine Moschee betreten hat.

 

In der Spezialabteilung des Museums Top Kap in Istanbul, im ehemaligen fünfhundert Jahre alten Palast der osmanischen Herrscher, befinden sich auch einige der heiligsten Reliquien, die von Muslime, Christen und Juden gleichermaßen erkannt werden. Man geht davon aus, dass sich unter diesen Reliquien Gegenstände des Propheten Mohammed, eine Schrift des Propheten Moses, der Stab desselben großen Propheten und eine Hand mit Silber- und Goldbeschlag von Johannes dem Täufer, der auch von den Mohammedanern geehrt wird, befinden. Der Körper des Heiligen Johannes wird höchstwahrscheinlich in Alexandria aufbewahrt. Mittelalterliche Quellen weisen darauf hin, dass er dort ruht. Das Skelett eines Mannes mit fehlendem Kopf, datiert zur Zeit nach dem 1. Jahrhundert bestätigt diese Aussage so gut wie möglich.

Reliquien

Am 28. Juli 2010 wurde ein kleiner Sarkophag (18 cm lang und 14 cm hoch) gefunden. Das geschah bei den archäologischen Ausgrabungen des mittelalterlichen Klosters "Johannes der Täufer" auf der Insel des Hl. Ivan in der Nähe von Sozopol, Bulgarien. Und zwar in den Fundamenten der ältesten Kirche dieses Klosters, vom Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts, als die Altargrundfläche in einer Tiefe von 0,6 m geräumt wurde. Das Alabaster-Reliquiar enthält Teile einer Hand, eines Gesichtes und eines Zahnes. Es gab Medienberichte und Reportagen, die besagten, dass die von Prof. Kazimir Popkonstantinov von der Universität "Hl. Hl. Kyrill und Method" in Veliko Tarnovo gefundenen Reliquien nach der Meinung einiger bulgarischen Wissenschaftler dem heiligen Johannes dem Täufer gehörten und im 4. Jahrhundert nach Sozopol aus Konstantinopel gebracht worden sind.

 

Im Juni 2012 veröffentlichte ein Team von Professoren um Tom Higham von der Universität Oxford und Hannes Schroeder von der Universität Kopenhagen eine DNA-Analyse, wonach alle gefundenen Partikel von ein und derselben Person stammen, die zu Beginn des ersten Jahrhunderts nach Christus im Nahen Osten gelebt hatte. Die Reliquien werden in der Sozopoler Kirche "Die Hl. Hl. Kyrill and Method" aufbewahrt.

Volkstracht für die "Enyova Braut" Elhovo, Ende des 19. Jahrhunderts, Ausstellung des Nationalen Ethnographischen Museums - Foto: (C) Vassia Atanassova, Bulgarien **
Volkstracht für die "Enyova Braut" Elhovo, Ende des 19. Jahrhunderts, Ausstellung des Nationalen Ethnographischen Museums - Foto: (C) Vassia Atanassova, Bulgarien **

Traditionen

Die orthodoxe Kirche feiert die Geburt von Johannes dem Täufer am 24. Juni. Enyovden ist ein Feiertag im bulgarischen Volkskalender, der jedes Jahr an demselben Tag gefeiert wird - am 24. Juni. Der Name des Volksfestes - Enyo oder Yane leitet sich von Johannes (Johann) ab, es sind Kurzformen - und oft verweben sich die Rituale und Traditionen der beiden Feste. Der Brauch des Massenbadens ist obligatorisch. Außerdem gibt es ein obligatorisches Feuer, das man überspringt. Um das Feuer herum wird auch getanzt. In Bulgarien werden auch sehr viele Kräuter gepflückt, denn man nimmt an, dass sie ihre größte Kraft in dieser Nacht entfalten. Die verschiedene Kräuter am Enyovden sollen ihre größte Heilkraft vor allem bei Sonnenaufgang entfalten. Deshalb ist es am besten, sie früh am Morgen vor dem Sonnenaufgang zu pflücken. Die für den Winter gepflückten Kräuter sollten "77 und ein Halbes" sein - für alle Krankheiten und für eine "Krankheit ohne Name".

 

Dem Volksglauben nach beginnt an Enyovden der noch ferne Anfang des Winters. Man glaubt, dass am Morgen des Festes, wenn die Sonne aufgeht, sie "flimmert" und "spielt". Wer das sieht, wird das ganze Jahr über gesund sein. Es wird auch angenommen, dass "bevor die Sonne zum Winter geht", sie sich in den Wasserquellen badet und das Wasser heilsam macht. Dann schüttelt sie sich und der Tau, der abfällt, ist von einer besonderen magischen Kraft. Deshalb sollte sich jeder vor Sonnenaufgang im fließenden Wasser waschen oder sich im Tau zum Erhalt der Gesundheit auffrischen. Nach dem Volksglauben beginnt an diesem Tag die Dauer des Tages zu sinken, und das Jahr neigt sich dem Winter zu. Bevor die Sonne ihren langen irdischen Weg einschlägt, wäscht sie sich im "lebendigen Wasser" und ruht sich aus, dann geht sie sehr früh am Morgen von Enyovden auf, um sich von der Welt zu verabschieden. Diese Welt wird sie erst im nächsten Jahr wiedersehen. Und in der Nacht des Festes erwirbt das Wasser eine besonders "magisch"e Kraft. Zur Behandlung und Wahrsagung entnimmt man beim Sonnenuntergang Wasser von einer reinen süßen Quelle "stilles Wasser" (in völliger Stille geschöpft, damit die menschliche Stimme seine magische Kraft nicht zerstört).

 

Gemäß einer anderen Volkstradition versammeln sich alle Mädchen in einem Haus und kleiden ein 5-6-jähriges Mädchen wie eine Braut mit einem langen weißen Hemd und einem roten Überwurf, genannt Kavat, an. Sie bedecken es mit einem roten Schleier. Auf seinen Kopf setzten sie eine silberne Münze und einen Kranz mit Blättern von Enyovskräutern. Ein junges Mädchen nimmt die "Enyos Braut" auf ihre Schultern und die ganze Prozession geht um das Dorf herum, über die Felder und die Gärten, um die Brunnen. Während dieser Prozession singen die Mädchen Lieder, die dem Fest gewidmet sind, Mit dieser rituellen Tour wollen sie von dem Hl. Enyo (Johnnes) Gesundheit und Fruchtbarkeit erbitten.

Anmerkungen der Verfasserin dieses Beitrags: Milka R. Radomirova, Bulgarien

"Ich möchte hier noch einmal meine große Dankbarkeit an die Heilige Synode der Bulgarischen Orthodoxen Kirche - das Bulgarische Patriarchat aussprechen. Ich bin auch der Herausgeberin der offiziellen Website der Heiligen Synode der Bulgarischen Orthodoxen Kirche - das Bulgarische Patriarchat, Frau Dr. Desislava Panaiotova für die Sondergenehmigung, die ich erhielt, nämlich die Bilder von der offiziellen Website der Heiligen Synode der Bulgarischen Orthodoxen Kirche - das Bulgarische Patriarchat für diese Website zu verwenden, sehr dankbar!

 

** Herzlichen Dank auch an Sozopol, Bulgaria und Vassia Atanassova für die schöne Bilder, die ich hier verwenden darf!"

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