Europäische Heilige der Woche: Lucia

Die Heilige Lucia stammte aus Sizilien. Sie wurde wahrscheinlich um 283. n. Chr. geboren. Zu dieser Zeit war es verboten, Christ zu sein, daher geht man davon aus, dass sie wahrscheinlich im Jahr 304 n. Chr. - im Rahmen der Christenverfolgung unter Kaiser Diocletian - getötet wurde. Sie wurde etwa 20 Jahre alt.

 

Sie wird als frühchristliche Märtyrerin gesehen. Es gibt bereits eine Grabinschrift, die auf ca. 400 n. Chr. datiert wird und in der Katakombe San Giovanni in Syrakus gefunden wurde.

 

Die Legendenbildung beginnt im 5. und 6. Jahrhundert. Den Erzählungen nach wollte ihre Mutter sie verheiraten. Sie wollte aber ledig bleiben und Jesus Christus dienen. Schließlich akzeptierte die Mutter diese Entscheidung, aber der zurückgewiesene Verlobte klagte sie in der Phase der Christenverfolgung unter Diocletian an. Sie sollte, laut Urteilsspruch, in ein Bordell gebracht werden. Es wird erzählt, dass weder ein Ochsengespann, noch 1.000 Männer sie von der Stelle bewegen konnte. So weit, die Legende...

Majken (7) am 13.12.2017 in Göteborg; Foto: (c) Sture Lingrell
Majken (7) am 13.12.2017 in Göteborg; Foto: (c) Sture Lingrell

Die Geschichte ihrer Reliquien

In der Kirche Santa Lucia sollen die Reliquien beigesetzt worden sein. Diese Kirche wurde allerdings 1860 abgerissen, denn dieser Platz wurde für die Erweiterung bzw. den Neubau des Bahnhofs von Venezia Santa Lucia benötigt.

 

Daraufhin wurden die Reliquien in eine Kirche in der Nähe verbracht, nach San Geremia e Lucia. Auf Veranlassung Angelo Roncallis ist das Gesicht der Heiligen seit 1955 inzwischen mit einer silbernen Maske abgedeckt. Dieser war damals noch Patriarch von Venedig und wurde später Papst Johannes XXIII. Die Maske sollte vor Staub schützen.

 

1981 wurden die Reliquien der Heiligen Lucia geraubt. Sie wurden allerdings im gleichen Jahr wiedergefunden und in die Kirche zurück gebracht.

 

Es existiert allerdings auch ein anderer Bericht, wonach ihre Reliquien Anfang des 8. Jahrhunderts nach Corfinum (dem heutigen Pentima) gebracht wurden und von dort wahrscheinlich um 970 nach Metz.

Dank für alle Fotos vom Luzienhäuslschwimmen: Häuschen Detail: (c) Stadt FFB
Dank für alle Fotos vom Luzienhäuslschwimmen: Häuschen Detail: (c) Stadt FFB

Ihre Verehrung

Lucia: Die Lichtträgerin; wird besonders im Advent als Trägerin der christlichen Hoffnung verehrt, da das Licht mit Hoffnung assoziiert wird.

 

Ikonographie: Auf ihrem Kopf trägt Lucia einen Lichtkranz und um die Taille trägt sie ein rotes Band. Beides Symbole des Märtyrertodes, den sie gestorben ist.

 

Gerade in Schweden kann man das Fest seit dem Mittelalter nachweisen. Es gibt Berichte, dass mit dem 13.12. für die Bevölkerung auf dem Land die Arbeit ruhte und bis Weihnachten eine Fastenzeit anbrach.

Deshalb ist das Fest auch mit gutem und reichlichem Essen verbunden, danach setzt eine 14-tägige Fastenzeit ein. Die Form, in der das Fest heute gefeiert wird - nämlich mit jungen Mädchen in weißen Kleidern und einem Lichtkranz auf dem Kopf - ist erst seit dem 19. Jahrhundert belegt. Es hat aber inzwischen einen festen Platz im schwedischen Brauchtum.

 

Ein besonderes Geschenk an die Heilige Lucia gibt es in der deutschen Stadt Fürstenfeldbruck. Dort wird am 13.12. der Brauch des "Luzienhäuslschwimmens" gepflegt. Dies geht auf die Bedrohung der Stadt durch Hochwasser des Flusses Amper zurück. Schon aus dem 18. Jahrhundert ist belegt, dass Kinder während eines bedrohlichen Hochschwassers kleine Häuser gebastelt haben, die den Wohnhäusern nachempfunden waren. Diese haben sie am Abend des 13.12. auf der Amper mit Kerzen beleuchtet schwimmen lassen. Am nächsten Tag sank das Wasser der Amper. Zum Dank wurde das "Luzienhäuslschwimmen" zum guten Brauch. Anfang des 20. Jahrhunderts ist dieser Brauch in Vergessenheit geraten, aber nach dem II. Weltkrieg neu belebt worden.

Die Europäischen Heiligen der Vorwoche finden Sie hier:

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Kommentare: 1
  • #1

    anne (Mittwoch, 14 Februar 2018 13:40)

    danke! ein interessanter beitrag!