Der Heilige der Woche: Kasimir

Der heilige Kasimir
Der heilige Kasimir

Der heilige Kasimir von Litauen (1458-1484) war der zweite Sohn des polnischen Jagiellonkönigs Kasimir IV. und seiner Frau Elisabeth von Habsburg. Bereits der junge Kasimir wurde am königlichen Hof in Krakau weithin bewundert als ordentlich, intelligent und barmherzig. Im Alter von 13 Jahren schickte ihn sein Vater mit einem militärischen Trupp nach Ungarn. Da musste er gegen Matthias Corvinus die ungarische Königskrone erstreiten. Von diesem erfolglosen Feldzug zurückgekehrt, rückte er in der Erbfolge an die erste Stelle, da sein älterer Bruder Wladislaw 1472 der König von Böhmen wurde. Sein Vater baute ihn in der Folgezeit zu seinem Nachfolger als polnischer König auf.

 

1481-1483 vertrat Kasimir seinen Vater zwei Jahre lang in Krakau, der sich in Litauen aufhielt. Er erlangte durch seinen sparsamen Regierungsstil, sein Vorgehen gegen das Räubertum und gegen korrupte Hofbeamte, großes Ansahen. Sein bescheidener Lebensstil und seine Barmherzigkeit gegenüber Armen, hat vor allem der Bevölkerung imponiert. An dieser streng christlichen Lebensweise  scheiterte ein Versuch seines Vaters, ihn mit der Tochter Friedrich III. zu verheiraten. Kasimir hat satt dessen ein Keuschheitsgelübte abgelegt. Durch seine asketische Lebensweise wurde er körperlich geschwächt und erkrankte an Tuberkulose. 1483 folgte er seinem Vater nach Litauen und übernahm dort die Kanzlerschaft. Er starb im Alter von 25 Jahren in Grondo.

Jesuitenkirche St. Kasimir in Vilnius, Litauen

Nachdem der Prinz Kasimir heilig gesprochen worden war, begann man in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Vilnius mit dem Bau der Jesuitenkirche des heiligen Kasimir - in der Stadt das erste Gotteshaus im Barockstil. Die Kirche ist nach den Bauplänen der ersten barocken Kirche, der Jesuitenkirche Il Gesu in Rom, entworfen.

 

Die Attribute des heiligen Kasimir sind Zepter, abgelegte Krone, Kruzifix und Lilie (Symbol der Keuschheit). Er war der Nachkomme der polnischen Könige. All dies sind Gründe dafür, dass die Kasimir-Kirche in Vilnius prunkvoll mit vielen goldenen Details im Innenraum und er Krone außen auf dem Turm ausgestattet ist.

 

Diese Kirche wurde die Gemeindekirche der Jesuiten, die 1569 nach Vilnius gekommen waren. Typisch für die frühbarocke Kirche ist die Verbindung von Zentralraum- und Langhausarchitektur mit einer großen, Licht spendenden Kuppel über der Vierung (40 m hoch und 17 m im Durchmesser), einem breiten, einschiffigen Langhaus (25 m breit) sowie die zur Mitte hin zunehmende, plastische Gestaltung der Frontfassade. Die Frontfassade von St. Kasimir hat zwei Türme.

 

Die Kirche musste schwierigen Zeiten standhalten: Im 18. Jahrhundert ist sie abgebrannt. Sie wurde jedoch wieder aufgebaut. Während des Zuges Napoleons nach Russland, wurde sie in ein Getreidelagerhaus umgewandelt und im 19. Jahrhundert zu einer orthodoxen Kirche umgebaut. Während des Ersten Weltkrieges wurde das Gebetshaus in eine Kirche für deutsche Soldaten gewandelt. In der Sowjetzeit befand sich in der Kirche ein Museum für Atheismus.

 

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens, wurde die Kirche St. Kasimir den Gläubigen zurückgegeben. Die Jesuiten sind in das zur Kirche gehörende Nebengebäude zurückgekehrt. Es wurde zudem eine Jesuiten-Gymnasium gegründet.

Sein Gedenktag: Ein großer Jahrmarkt

Die katholische Kirche feiert am 4. März den heiligen Kasimir. Gerühmt wird seine Barmherzigkeit, seine Opferbereitschaft und sein Lebensstil.

Das Fest wurde erstmals im Jahr 1636 gefeiert. Der Kaziukas-Markt symbolisiert den Frühlingbeginn und ist die größte Schau von Herstellern handwerklicher Arbeiten. Dieser Markt hat einen besonderen Geist: Tradition und Authentizität, die die Litauer besonders wichtig finden. Der Kaziukas-Markt ist nur das größte, sondern auch das älteste Fest in Litauen. Zur Ehre des heiligen Kasimirs wird der Markt in den größten Städten des Landes veranstaltet. Auf dem Kaziukas-Markt gibt es die populärsten Souvenirs: traditionelle Strohgebinde, handgefertigte Erzeugnisse und Süßigkeiten. Überall ertönt Musik.

 

Kasimir wurde im frühen 17. Jahrhundert von Papst Urban VIII. zum Schutzheiligen von Litauen ernannt. Am 11. Juni 1948 ernannte Papst Pius XII. ihn - als einer der wenigen - zum Schutzheiligen der Jugend. Zudem gilt er als Patron der Keuschheit.

 

Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung von:  Ingrida Stonienė und Team, LT

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