Heilige der Woche: Petka

Die Hl. Petka (Zustimmung zur Verwendung von der Heiligen Synode der Bulgarischen Orthodoxen Kirche - das Bulgarische Patriarchat)
Die Hl. Petka (Zustimmung zur Verwendung von der Heiligen Synode der Bulgarischen Orthodoxen Kirche - das Bulgarische Patriarchat)

Am Ufer des Marmarameeres (zwischen Selimvria und Konstantinopel) gab es eine Siedlung namens Epiphat. Dort wurde die Hl. Paraskewa geboren. Ihr weltlicher Name war Petka. Ihre Eltern - die allen Geboten Gottes folgten - waren Bulgaren. Ihr Leben war mit vielen Almosen und viel Wohltätigkeiten erfüllt. Schon im frühen Alter erzogen die Eltern ihre Tochter in demselben Geist der Gottseligkeit. Sie brachten ihr bei, Gottes Gesetz zu kennen und den Herrn mit ganzer Seele zu lieben.

 

Schon in ganz jungen Jahren empfand sie den Wunsch, für den

Herrn zu leben und ihm zu dienen. Als Petka einmal zur Kirche ging, hörte sie die Worte des Retters: “Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz und folge mir nach.” Diese Worte hinterließen einen tiefen Eindruck in ihrer Seele, und nachdem sie den Tempel verlassen hatte, gab sie einem armen Mann, den sie traf, ihr kostbares Gewand und nahm dafür seine Lumpen. Etwas später, bei einem anderen ähnlichen Fall, gab Petka wieder ihre Kleidung einer Bettlerin, und von da an tat sie noch mehrmals dasselbe. Einige Zeit später verstarben ihre Eltern. Petka erbte, gemeinsam mit ihrem Bruder Ewtimii, Haus und Eigentum. Später wurde Ewtimii als Bischof in der Stadt Madjit (einer Hafenstadt auf der Halbinsel Krim) geweiht, und er tat dort viele herrliche Wunder - sowohl in seinem Leben als auch nach seinem Tod.

 

Nach dem Tod ihrer Eltern verließ Petka alles und beschloss, in die Wüste zu gehen, um dort zu leben. Aber bevor sie in die völlige Abgeschiedenheit fortging, besuchte das junge Mädchen Konstantinopel und auch die heiligen Orte dort. Die Anweisungen erfahrener weiser alter Männer halfen, ihr ein spirituelles Leben mit Demut zu leben. In ihr brannte eine noch größere Liebe für den Herrn und eine Entschlossenheit, die Strapazen der harten Wüstenprüfung zu ertragen.

Hl. Petka - eine Ikone aus der Kirche des Klosters "Die Hl. Hl. Peter und Paul" in Lozen, unweit von Sofia - Bulgarien mit der Zustimmung zur Verwendung von der Äbtissin des Klosters "Die Heiligen Peter und Paul"; Foto: (C) Milka Radomirova
Hl. Petka - eine Ikone aus der Kirche des Klosters "Die Hl. Hl. Peter und Paul" in Lozen, unweit von Sofia - Bulgarien mit der Zustimmung zur Verwendung von der Äbtissin des Klosters "Die Heiligen Peter und Paul"; Foto: (C) Milka Radomirova

Auf den Rat der geistlichen alten Männern hin lebte Petka im Vorort Heraklion im Tempel der Allerheiligsten Mutter. Fünf Jahre lebte sie dort in Gebeten, Fasten und Tränen der Rührung. Dann ging sie nach Palästina, um ihr sehnsüchtiges Verlangen zu erfüllen die heiligen Stätten zu verehren, die vom Leben des Retter erleuchtet worden waren.

 

Als sie in der Jordan-Wüste ankam, blieb sie dort. In der Stille völliger Abgeschiedenheit, allein geblieben mit Gott, begann sie ein wahrhaft engelhaftes Leben zu führen. Sie aß wenig, nur Kräuter, die in der Nähe wuchsen. Im Sommer schien es, als schmelze sie vor unerträglicher Hitze und im Winter als erfröre sie aufgrund der Kälte. Aber immer sah sie mit ihrem geistigen Auge auf Ihn, der die Demütigten vor der Kleinmütigkeit und vor den Stürmen der Sünden retten kann. Petka versagte sich alle Arten weltlicher Fürsorge und arbeitete in der Wüstenstille für ihre Rettung. Sie versuchte, ihre Seele auch von den kleinsten Flecken der Sünde zu reinigen. Oftmals starrte sie mit gebetsvollen Blick in den Himmel. Ihr Herz brannte vor Liebe zu Christus. Ständig achte sie: “Wann werde ich vor dem Gesicht Gottes erscheinen?” Ihr Leben in der Wüste war hart. Der Teufel versuchte sie zu erschrecken. Viele Male verwandelte er sich in Formen verschiedener Tiere, um die Entschlossenheit der Heiligen Paraskewa zu erschüttern. Aber sie jagte mit Hilfe Gottes die bösen Geister davon. Obwohl sie von Natur aus eine Frau war, besaß sie viel Intelligenz und Geduld und war sehr mutig. Dank ihrer geistlichen Heldentaten und ihres tugendhaften Lebens wurde sie eine geliebte Braut Christi, rein in Seele und Körper, Paraskewa bewahrte sich ohne Sünde und ohne Laster. Viele Jahre lang trug sie geduldig die Last ihres verhärmten Lebens in der Wüste.

Hl. Petka - Foto: (C) Milka Radomirova
Hl. Petka - Foto: (C) Milka Radomirova

Einmal, nachts, hatte sie eine Vision. Der Engel Gottes erschien vor ihr mit dem Aussehen eines hellen jungen Mannes. Er ging zu ihr und sagte ihr: “Verlasse die Wüste und kehre in deine Heimat zurück. Dort musst du deinen Körper der Erde geben, und deine Seele wird zu den himmlischen Feldern gehen.” Petka dachte über ihre Vision nach und erkannte mit ihrem geistlichen Scharfsinn, dass dies der Befehl Gottes war. Sie war froh, dass sie bald vor Gott erschein in würde. Aber sie trauerte darum, die Wüste zu verlassen.

 

Gegen ihren Willen verließ die Heilige Paraskewa die Wüste und begab sich nach Konstantinopel. Bei ihrer Ankunft betrat sie die prächtige Kirche “Die Heilige Sofia”. Dann besuchte sie auch die Walachische Kirche “Die Heilige Jungfrau”. Nachdem sie sich dort vor Gott und vor der Mutter des Herrn verneigt hatte, begab sie sich in ihre Heimatstadt Epiphat. Als sie nach Epiphat zurückkehrte, fand sie keinen ihrer Verwandten und Bekannten wieder. Deshalb lebte sie als Fremde im Tempel “Die Heiligen Apostel”. Dort lebte sie fast zwei Jahre - mit Fasten und Beten, ohne ihre geistlichen Leistungen zu verändern. Als sie sich dem Moment näherte, um vor Gott zu erscheinen, betete sie ernsthaft für sich selbst und für die ganze Welt und gab dann ihre heilige Seele in die Gottes Händen. Christusliebende Bürger von Epiphat begruben sie als Fremde - außerhalb der Stadt. Viele Jahre nach ihrem gesegneten Tod geruhte Gott seine Heilige, die lange im Himmel verherrlicht worden war, auf der Erde in mitten der Menschen zu verherrlichen, indem Er ihre heiligen Reliquien auf folgende Weise zeigte:

 

In der Nähe des Ortes, wo sie beerdigt war, stand auf seiner Säule ein Stylites. Aber so geschah es, dass ein Schiff in der Nähe des Meeres segelte. Ein Seemann von diesem Schiff war an einer schweren Krankheit erkrankt und starb, und sein Körper wurde auf die Küste geworfen. Bald begann ein unerträglicher Gestank sich zu verbreiten, und die Menschen konnten nicht auf dem Weg in der Nähe gehen. Der Stylites konnte auch diesen Gestank nicht ertragen - er musste von der Säule heruntersteigen. Er sagte zu den Leuten, sie sollten ein tiefes Grab graben und die stinkende Leiche dort vergraben. Als die Leute zu graben begannen, nach Gottes Willen, fanden sie den unversehrten Körper eines Menschen in der Erde. Sie waren erstaunt, wie dieser Körper so erhalten geblieben war. Aber sie waren ungebildete Leute, und sie dachten, dass das keine Rolle spiele. Sie hielten es für etwas Unwichtiges. Sie sagten: “Wenn dieser Körper heilig wäre, dann würde Gott es mit einigen Wundern zeigen.” Und sie bedeckten ihn wieder mit Erde. Dann warfen sie die stinkende Leiche in dasselbe Grab und gingen nach Hause. In der Nacht betete einer von ihnen, ein frommer Mann namens George, zu Hause zu Gott. 

 

Als er am Morgen einschlief, hatte er folgende Vision: Eine Königin, die auf einem blendend hellen Thron saß, starrte ihn an. Ringsum standen viele helle Krieger. Als er sie sah, war George voller Ehrfurcht und fiel auf den Boden, weil er das Leuchten dieser strahlenden Schönheit nicht ertragen konnte. Aber einer dieser Krieger fasste ihn an der Hand, hob ihn hoch und sagte ihm: “George, warum habt ihr den Körper der Heiligen Paraskewa vernachlässigt und mit ihm auch die stinkende Leiche begraben? Beeilt euch ihren heiligen Körper aus dem Grab zu holen und stellt bettet ihn an einen Ehrenplatz, denn Gott möchte Seine Dienerin auf der Erde verherrlichen.”

Hl. Petka - eine Ikone aus der Kirche des Klosters "Die Heilige Petka" in Bankja, unweit von Sofia - Bulgarien; Foto: (C) Milka Radomirova
Hl. Petka - eine Ikone aus der Kirche des Klosters "Die Heilige Petka" in Bankja, unweit von Sofia - Bulgarien; Foto: (C) Milka Radomirova

Dann befahl ihm auch die lichtstrahlende Königin: “Entfernt sofort meine Reliquien und stellt sie an einen anderen Ort. Ich halte das nicht mehr aus! Auch ich bin ein Mensch. Meine Heimatstadt ist Epiphat, wo ihr jetzt lebt.”

 

In derselben Nacht hatte eine ehrbare Frau namens Euphimia genau die gleiche Vision wie George. Am Morgen erzählten die beiden den Leuten, was sie gesehen hatten. Sobald das gehört wurde, eilten die Christen mit Kerzen zu den Reliquien der Heiligen Paraskewa. Sie nahmen sie mit großer Ehrfurcht und waren froh, solch einen kostbaren Schatz zu finden. Sie legten sie in den Tempel “Die Hl. Hl. Apostel Peter und Paul”, der in Epiphat war.

 

Dort wurden viele Kranken im Gebet vor den heiligen Reliquien der Heiligen Paraskewa geheilt. Alle Behinderten, die im Glauben kamen, wurden gesund. Eine lange Zeit später kam in Bulgarien der fromme Zar Iwan Assen an die Macht. Er fand heraus, wo die wundersamen Reliquien der Heiligen Paraskewa lagen und schickte den Metropolit von Preslaw - Mark, zusammen mit vielen Bischöfen und Priestern, um die heiligen Reliquien in die Hauptstadt des bulgarischen Königreichs - Tarnowo - zu überstellen. Er bewahrte sie mit Ehren in seiner Hofkirche. Seitdem passierten verschiedene Heilungen aufgrund der Reliquien an Leuten, die im Glauben an die Reliquien der gesegneten Paraskewa herantraten. Noch während der Zeit von Zar Iwan Assen II. wurde ihr bulgarisches Leben aufgeschrieben. Das Leben der Heiligen Petka - Peraskewa Tarnowska schrieb Patriarch Ewtimii Tarnowski auf. Diese emotionale Arbeit wurde weit über die Grenzen von Bulgarien bekannt. Es wurde auch eine Geschichte über die Übertragung ihrer Reliquien nach Tarnowo geschrieben. Im Zusammenhang mit der Heiligen Petka - Paraskewa Tarnowska als Schützerin des bulgarischen Volkes und des Staates, ist besonders interessant, dass sie auch in staatlichen und internationalen Akten erwähnt wird. Zum Beispiel schwört König Iwan Alexander (1347) in seinem berühmten Vertrag mit Venedig “… im Namen Gottes, in der Jungfrau Maria, am Kreuz und in der Heiligen Paraskewa Tarnovska ...”

Die Reliquien der Schützerin der Hauptstadt Tarnowo wurden 1395 aus ihrer zweiten Heimat geholt. Der junge König Konstantin II. Assen von Widin, der Sohn von Iwan Sratzimir war, hatte sie erbeten. In der Stadt Widin blieben sie bis 1397.

Anschließend hat sie Sultan Bayazid I. dem serbischen Fürsten Stefan Lazarewitsch gegeben. Die Reliquien waren in Belgrad bis 1521. Die Heilige Petka - Paraskewa Tarnovska ist nicht nur in dem XIII-XIV Jahrhundert, sondern auch in den folgenden Jahrhunderten die beliebteste bulgarische Heilige.

 

Als die Türken das Byzantinische Reich eroberten, eroberten sie damit auch das bulgarische und das serbische Königreich. Dies geschah im 14. Jahrhundert während der Zeit des türkischen Sultans Selim II. Damals wurden die Reliquien der Heiligen Paraskewa nach Konstantinopel gebracht und im Palast des Sultans untergebracht. Aber auch dort blieb diese kostbare göttliche Perle nicht versteckt. Viele Wunder geschahen durch die heiligen Reliquien. Nicht nur die Christen, sondern auch die Agars kamen, um sich vor den Reliquien zu verbeugen. Dies beunruhigte die Türken sehr und sie fingen an zu befürchten, dass viele von ihnen sich an dem Christentum zuwenden würden, wegen die Wunder, die Gott durch die Reliquien der Heiligen Paraskewa geschehen ließ.

 

Viele Christen sorgten dafür, dass diese Heiligkeit aus den Händen der Unheiligen genommen wurde, und dass sie ein Objekt der Verehrung der Christen wurde. Deshalb gaben die Türken die heiligen Reliquien den Zarigrader Christen, die sie in der patriarchalischen Kirche mit Hochachtung beherbergten.

 

Nach einiger Zeit erfuhr der fromme Fürst von Moldawien, der Woiwode Io Vassilius, von den Reliquien der Heiligen Paraskewa und wünschte herzlich, dass man sie in sein orthodoxes Land übertragen möge, damit sie dort verehrt werden konnten. Der Herr hat sich gefreut und hat es so gerichtet, dass seine Dienerin auch dort verherrlicht wurde. Der Wunsch des moldawischen Woiwodes hat sich erfüllt. Er gewann das Herz des Patriarchen von Konstantinopel Partenii zur Mitarbeit. Der Patriarch hat seinen gesamten heiligen Rat zusammengerufen. Durch eine gemeinsame Entscheidung und mit der Zustimmung anderer Patriarchen wurde die ernsthafte Bitte des göttlichen Herrschers erfüllt.

 

So wurden die Reliquien der Heiligen Paraskewa von drei Metropoliten - Joanikii Irakliisky, Partenii Adrianopolsky und Theophan Paleonpatron - in die Stadt Jasch, die Hauptstadt von Moldawien, gebracht und im Tempel “Die Drei Hierarchen” mit großer Ehre zur allgemeinen Freude des orthodoxen moldawischen Volkes gelegt. Dies geschah am 14. Oktober 1641. Heute ruhen die heiligen Reliquien der Heiligen Petka in der Metropolitan-Kathedrale “Die Darstellung des Herrn” in der Stadt Jasch, Rumänien. Seitdem ist diese Kathedrale ein Ort für Pilger aus der ganzen Welt geworden. Die Heilige Hochwürdige Paraskewa oder Petka die Bulgarische gilt als die Schutzpatronin des bulgarischen Volkes und der Familie. Am 14. Oktober zünden die orthodoxen Christen Kerzen an und beten, vor allem um Gesundheit, weil die Heilige eine Heilerin ist und vor “schrecklichen” Krankheiten schützt. Dutzende von Tempeln und Klöstern wurden in ganz Bulgarien und außerhalb des Landes ihr gewidmet - ebenfalls in Serbien, Moldawien und Russland. Im Jahre 1992 baute die bulgarische Prophetin Wanga (1911-1996) die Kirche “Die Heilige Petka Bulgarische” in Rupite, Petritsch. Es wurde sofort ein Wallfahrtsort für Tausende von Menschen in Not.

 

Der Text wurde von Milka Rashkova verfasst.

Die Europäischen Heiligen der Vorwochen finden Sie hier:

Ihr Kommentar ist gefragt: