Heilige der Woche: Hedwig

Statue der Hl. Hedwig an der Dominselbrücke (Breslau, pol. Wrocław)
Statue der Hl. Hedwig an der Dominselbrücke (Breslau, pol. Wrocław)

Die Hl. Hedwig (polnisch św. Jadwiga Śląska), stammte aus der angesehenen adligen Familie der Andechs-Maranier. Man vermutet, dass sie zwischen 1174 und 1178 auf der Burg Andechs in Bayern geboren wurde. Wahrscheinlich wurde sie nach ihrer Großmutter Hedwig von Dachau benannt. Der altdeutsche Name bedeutet „Kämpferin“.

 

Mit zwölf Jahren hatte sie den Herzog von Schlesien und Polen, Heinrich I. dem Bärtigen geheiratet. Im Mittelalter war die Eheschließung in Adelskreisen mit zwölf Jahren für Mädchen und mit 14 Jahren für Jungen durchaus üblich. Sie wird als eine sehr gute Mutter (7 Kinder) und Ehegattin beschrieben.

 

Als Herzogin von Schlesien stand sie ihrem Ehemann bei der Vertiefung des Christentums zur Seite, diente den Armen und Kranken. Sie stiftete zahlreiche Krankenpflegeeinrichtungen, Frauenklöster und Gotteshäuser und beförderte die Bildung, indem sie verschiedene Orden unterstützte. Auf Hedwigs Bitte gründete ihr Mann, Heinrich I. u.a. das Zisterziennserinnenkloster in Trebnitz (Trzebnica/Polen), wo sie starb und wo sich heute ihr Grabmal befindet.

Basilika von Trebnitz (pol. Trzebnica)
Basilika von Trebnitz (pol. Trzebnica)

DIE HEILIGE HEDWIG - IHRE VEREHRUNG

Hedwig von Schlesien wurde schon zu ihrer Lebzeiten „Mutter der Armen“ genannt. In 1267 wurde sie von Papst Clemens IV. heiliggesprochen. Ihre Verehrung verbreitete sich sehr schnell nicht nur in Schlesien sondern auch in vielen anderen Teilen Polens und Mähren und ist bis heute lebendig geblieben.

 

Im Mittelalter wurde sie zur Patronin der Eheleute und Familien. Der Papst Johannes Paul II. bestimmte sie zur Patronin seines Pontifikats. Karol Wojtyla wurde am 16. Oktober 1978, dem liturgischen Gedenktag der Hl. Hedwig, zum Papst Johannes Paul II. gewählt.

 

Das Grabmal der Heiligen Hedwig befindet sich in der Basilika von Trebnitz/Trzebnica (Polen) und ist bekannt als Wallfahrtsort. Reliquien befinden sich u. a. im Kloster Andechs, in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale in Berlin und in der St.-Gangolfus-Stiftskirche („Selfkant-Dom“) in Heinsberg.

Grab der Hl. Hedwig im Kloster Trebnitz (pol. Trzebnica)
Grab der Hl. Hedwig im Kloster Trebnitz (pol. Trzebnica)

DIE HEILIGE HEDWIG – „BRÜCKENBAUERIN“

 

Heute gilt die Hl. Hedwig auch als Schutzpatronin der polnisch-deutschen Verständigung.

 

Zu der Zeit, in der sie lebte, gab es in Schlesien verschiedene Volksgruppen: die einheimischen Slawen, Böhmen, polnische Hofleute und immer mehr deutsche Siedler, die bald zur Mehrheit wurden. Die Herzogin von Schlesien war eine wichtige Bezugsperson sowohl für die Einheimischen, die sie von dem strengen polnischen Recht schützte, als auch für die deutschen Siedler. Sie herrschte am Hofe sehr besonnen und setzte sich für ein friedliches Zusammenleben und die Verständigung von Deutschen und Polen ein. Sie wurde „zur Brückenbauerin“ zwischen den beiden Völkern, die bis heute Nachbarn geblieben sind.*

 

Die Hl. Hedwig wird als Fürstin oder als Nonne dargestellt, die in ihren Händen ein Kirchenmodell (das sie als Stifterin auszeichnet) hält. Zu ihren Attributen gehören auch Krone, Kruzifix, Rosenkranz, Gebetbuch, Marienbild oder Marienstatuette und Brot, das sie an die Armen verteilte. 

* Quelle: Ein starkes Weib–Hedwig von Schlesien, ein Gespräch mit der Autorin Renata Schumann, http://www.kas.de/wf/doc/kas_12873-544-1-30.pdf?080229104712 [4.09.2018]

 

Die Europäischen Heiligen der Vorwochen finden Sie hier:

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