Der Heilige der Woche: Absalon von Lund

Absalon von Lund am Rathaus in Kopenhagen; By Daderot - Own work
Absalon von Lund am Rathaus in Kopenhagen; By Daderot - Own work

Herkunft

Der dänische Bischof wird im Volksmund auch "Axel" genannt. Der Gedenktag des Absalson von Lund wird am 21. März gefeiert. Der Name kommt aus dem Hebräischen und hat eine wunderbare Bedeutung: Vater des Friedens. Allerdings kann man darüber streiten, ob Absalon den Frieden brachte. Denn lange hat er als Feldherr die Kriege gegen die wendischen Seeräuber unterstützt. Zumindest nach dem Sieg wurde es friedlicher auf der Ostesee.

 

Wer war Absalon von Lund?

Geboren wurde Absalon 1128 in Fjerritslev als Sprössling einer bedeutendsten Familien Dänemarks, dem Adelsgeschlecht Hvide, das unter anderem das Benediktinerkloster Soro gestiftet hatte. In Absalaons Elternhaus wuchs der spätere König Waldemar als Ziehsohn auf. Waldemar und Absalon wurden Freunde. Ihre Freundschaft sollte ein Leben lang halten, denn Absalon stand später als Ratgeber an der Seite Konigs Waldemar.

 

Als Absalon achtzehn Jahre alt war, zog sein Vater Asser Rig sich ins Benediktinerkloster Soro zurück und lebte ein monastisches und zurückgezogenes Leben. Absalon dagegen trat immer mehr ins Rampenlicht der Politik. Erst studierte er in Paris Theologie und Kirchenrecht. Danach, als er dreißig Jahre alt war, wurde er zum Bischof von Roskilde geweiht. Später übernahm er auch noch das Erzbistum Lund und wurde damit Primas der Kirche in Dänemark, das damals auch weite Teile Schwedens umfasste. König Waldemar schätze Absalon nicht nur als Freund, sondern auch als Ratgeber. Sie träumten von einer starken dänischen Vorherrschaft im gesamten Ostseeraum. 1168 eroberten sie Mecklenburg und die Insel Rügen. Absalon förderte den christlichen Glauben, indem er - seinem Vater ähnlich - Klöster gründetet. Aber er hatte auch andere Themen, die ihm wichtig waren: der Kirchenzehnt und die Einführung des Zölibats.

Breviary of Charles V. The death of Absalom. By Jean Le Noir - Self-scanned, Public Domain.
Breviary of Charles V. The death of Absalom. By Jean Le Noir - Self-scanned, Public Domain.

Noch heute, selbst wenn es inzwischen historisch umstritten ist, gilt Absalon als der Gründer der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, denn 1167 hatte er mit dem Bau der Bischofsburg "Havn" zum Schutz der Hafensiedlung begonnen. Sie stand dort, wo heute das Schloss Christiansborg steht.

 

1185 beauftragte Absalon den Mönch und Schreiber Saxo Grammaticus, ein umfangreiches Geschichtswerk zu schreiben, die Gesta Danorum (Die Taten der Dänen). Sie ist eine in lateinischer Sprache geschriebene Geschichte Dänemarks, die immer noch als wichtige Quelle frühnordischer Geschichte gilt, unter anderem weil sie auch die nordischen Geschichten und Sagen überliefert.

 

Bischof Absalon starb am 21. März 1201.

Reiterstandbild in Kopenhagen. By Tanya Dedyukhina.
Reiterstandbild in Kopenhagen. By Tanya Dedyukhina.

Heilig ohne Heiligsprechung

Bischof Absalon wird als einer der großen dänischen Heiligen verehrt. Aber er wurde niemals heiliggesprochen.

 

Warum ist Roskilde eine wichtige Stadt?

Früher war Roskilde eine der wichtigsten Städte Dänemarks. Heute zählt sie zu den kleineren Städten des Landes. Im 10. Jahrhundert, als die dänischen Wikinger in ganz Europa als Plünderer gefürchtet waren, wurde dort vom dänischen König die erste Kirche gebaut, die sich über Jahrhunderte zur Grabstätte der meisten dänischen Herrscher entwickelte. Die Kathedrale von Roskilde ist ursprünglich ein Bau in Backsteingotik, doch an das Kirchenschiff wurde im laufe der Jahrhunderte Grabkapellen für die Herrscher angebaut. Verbunden mit dem Hauptschiff, haben alle ihren ganz individuellen Stil.

 

Wie ehren die Kopenhagener den Bischof Absalon?

Die Kopenhagener ehren ihren Stadtgründer nicht als Bischof, sondern mit dem martialischen Reiterstandbild auf dem Hojbro-Platz.

 

Wovon handelt die Gesta Danorum?

Die ersten neun Bücher handeln von der Sagenwelt und Vorzeit der Dänen. Die restlichen Bücher beschäftigen sich mit der Geschichte. Hier wird vor allem die Regierungszeit von Knut VI. (1185) und der Eroberung Mecklenburgs beschrieben.

Das Thema ist leicht durchschaubar: Dänemark wird als alt-ehrwürdiges Königreich mit fest umrissenen Grenzen, einer einheitlichen Sprache und Bräuchen dargestellt. Saxo beschwört die gemeinsame Vergangenheit und kulturelle Identität der Dänen. Aber Bischof Absalon wollte auch die Kriege König Waldemars I. gegen die Slawen rechtfertigen. Gesta Danorum ist eine christliche Quelle, in denen der Mönch Saxo die Dänen als fromme Christen beschreibt, die unter den slawischen Piratenüberfällen litten. Die heidnischen Slawen waren die mordlustigen Barbaren, die Waldemar I. und die christlichen Missionare "wie wilde Tiere zähmten", so die Beschreibung.

Die Europäischen Heiligen der Vorwoche finden Sie hier:

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