Heiliger der Woche: Thomas von Aquin

Thomas v.  Aquin, Lorenz, Monaco, ca. 1410
Thomas v. Aquin, Lorenz, Monaco, ca. 1410

Thomas wurde als dritter Sohn Landulfs, eines niederen Lehensmannes langobardischer Herkunft, etwa um das Jahr 1225 auf der Schlossfestung Roccasecca bei Aquino am Südrande Latiums geboren.

 

Im Jahr 1230 wurde er - als Fünfjähriger - dem Kloster Montecassino als Oblate übergeben. Das Kloster musste er im Jahr 1235 infolge der politischen Verhältnisse nach dem Einmarsch Friedrich II. wieder verlassen. Zwischen 1239 und 1244 war er Student der Artistenfakultät der Universität Neapel. Sie bot eine Art Vorkurs vor dem Studium der höheren Fächer Theologie, Jura und Medizin. Das Ordenskleid des jungen, aufstrebenden Dominikanerordens wurde ihm 1244 angelegt. Damit begab er sich zum Weiterstudium nach Paris.

 

Da seine Familie mit dem Eintritt in den Dominikanerorden nicht einverstanden war, ließ sie ihn auf den Weg nach Paris entführen und setzte ihn bis zur Mitte des Jahres in 1245 auf Roccasecca fest.

Thomas v. Aquin_Fra Angelico
Thomas v. Aquin_Fra Angelico

Wege der Wissenschaft kreuzen sich in Europa

Nachdem er seine Freiheit wiedergewonnen hatte, begab er sich nun endlich auf den Weg nach Paris. An der bedeutendsten und intellektuell herausforderndsten Universität sein Zeit, setzt er von 1245 bis 1248 das Studium fort. Dort begegnete er Albertus von Balingen, den schon seine Zeitgenossen Albertus Magnus nannten. Dieser hatte in seinem Bemühen, griechisches Denken und griechische Philosophie jenseits von Platon und den Spätplatonikern im lateinischen Westen zu popularisieren, fünf Werke der Naturphilosophie des Aristoteles - einschließlich "De anima" - in Vorlesungen kommentiert. In Albert fand Thomas seinen kongenialen Lehrer. Ihm folge er dann 1248 Ausbildungsstätte der Dominikaner nach Köln, aus der 1388 die Universität zu Köln entstand. Thomas Mitschriften von Alberts Disputationen über die "Ethik" des Aristoteles sind ein beredtes Zeugnis für das symbiotische Lehrer-Schüler-Verhältnis beider Dominikanermönche zueinander.

Thomas v. Aquin, Holzrelief, Kloster St. Albert, Leipzig
Thomas v. Aquin, Holzrelief, Kloster St. Albert, Leipzig

Neues Denken in Europa

1252 kehrte Thomas nach Paris zurück, wo er 1256 zum Magister promoviert wurde und die Leitung der Dominikanerausbildung und des Universitätskollegs St. Jakob übernahm. An seiner ersten großen Arbeit, der Summa contra gentiles beginnt er 1258. Mit ihr beginnt er die herkömmlichen Formen des akademischen Schreibens und die Lehre seiner Zeit - die Lectio und die Quaestiones disputatae - zu verlassen, um eine systemische Darstellung zu verfassen. Diesen Stil behält er auch in dem späteren Werk, der Summa theologiae bei. In ihnen sucht der gläubige Theologe Thomas nach diskursiv einlösbaren Grünen für den immer schon vorausgesetzten Offenbarungsglauben und begründet damit die "zweifache Wahrheit der göttlichen Dinge", derzufolge die erkennende Vernunft den Weg zu der Erkenntnis bereitet, die über jede Anstrengung der Vernunft hinausragt.

Albert nachfolgend nimmt er dazu Werk und Instrumentarium des Aristoteles in der Vermittlung über die Werke des Averroes zu Hilfe, was ihm - wie Albert - die Gegnerschaft vieler, sowohl innerhalb des eigenen Ordens als auch darüber hinaus, besonders unter den Franziskanertheologen einbrachte. Nachdem er von 1259 bis 1268 zehn Jahre lang in Italien gelehrt hatte, kehrte er an die Universität Paris zurück, die er 1272 wieder verließ, um einen Lehrstuhl in Neapel zu übernehmen. Diesen behielt er bis zu seinem Tod 1274. Nachdem ein Großteil seiner Thesen, insbesondere die über die zweifache Wahrheit des Glaubens, noch 1277 zusammen mit dem Averroismus von einem päpstlich bestellten Inquisitor an der Universität Paris verurteilt wurden, ändert sich später die Meinung über Person und Werk. Die Verurteilung wurde aufgehoben und Thomas von Aquin am 18. Juli 1323 von Papst Johannes XXII. heiliggesprochen.

 

Sein Gedenktag feiert die Kirche am 28. Januar.

Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: www.dominikaner.de

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