Heiliger der Woche: Knut

König, Märtyrer, Schutzheiliger Dänemarks (ca. 1043-86)

Gedenktag 10.Juli

 

Herkunft

Knut, Sohn von Sven II. Estridsen, folgte 1080 seinem Bruder Harald III. auf den Königsthron, und zwar zu einer Zeit, als die Wikingerzeit ins Mittelalter überging. Außenpolitisch war es eine martialische Periode, in der Dänemark seine Rechte in Estland und Lettland geltend machte und plünderte. Innenpolitisch gab es Spannungen zwischen Kirche und Königtum auf der einen Seite und Konflikte zwischen den Edlen des Reiches und den Bauern auf der anderen Seite. Die Aufgaben in der neuen Gesellschaft, von der Knut träumte, waren klar verteilt: Der König schützte die Kirche, und diese kümmerte sich um die Schwachen; denn sie war das Sozialsystem der damaligen Gesellschaft, und ihre Aufgabe war es, die Armen und Hilflosen zu beschützen. Darüber hinaus sollte die Kirche das Land mitgestalten und humanisieren. Obwohl das Heidentum immer mehr verdrängt worden war, hatte der christliche Glaube noch nicht richtig Wurzeln schlagen können.Knut, der Heilige, war deshalb kein typischer Wikingerkönig mehr. Vielmehr war er ein Mann der Kirche. Mit ihrer Hilfe wollte er seine Macht und Position im Land und südlich der Grenze konsolidieren. Vor allem wollte er Gerechtigkeit und Barmherzigkeit fördern, Tugenden, die Papst Gregor VII Knuts Bruder Harald in einem Brief als christliche Tugenden ans Herz gelegt. Durch eine soziale Gesetzgebung versuchte Knut die schwächsten Glieder der Gesellschaft – Frauen, entlassene und freigekaufte Unfreie und ausländische Bürger - zu schützen.Indem er die Kirche stützte, hoffte er seine Position im Land stärken zu können, und er verbesserte als erster dänischer König die rechtliche Stellung der noch rechts schwachen Kirche, indem er sich für die ökonomische Unabhängigkeit der Kleriker einsetzte. U.a. erhielt die Kathedrale von Lund Privilegien und Einkünfte, indem er ihr Bauernhöfe in Schonen und auf Seeland schenkte. Diese Schenkung erhöhte den gesellschaftlichen Status der Kleriker und sicherte sie ökonomisch. Auch andere Kirchen erhielten Schenkungen und Privilegien von ihm, z. B. Roskilde und Odense, wohin er später die Reliquien des heiligen Alban aus England überführte.Mit Hilfe der Steuereintreiber wollte Knut auch den Zehnten zu Gunsten der Kirche einbeziehen. Doch dagegen begehrten die Bauern auf. Ein Aufstand brach los, weil sie sich von Knut verraten fühlten. Gemeinsam mit Wilhelm den Eroberer wollten sie vom Limfjord aus nach England segeln. Knut, der erst Truppen für diese Fahrt gesammelt hatte, nahm dann aus politischen Gründen nicht teil, denn südlich der Grenze gab es Unruhen. Der deutsche Kaiser Heinrich und der Papst diskutierten um das Vorrecht, wer Bischöfe ernennen durfte, es war die Zeit des sogenannten Investiturstreit. Heinrich vertrieb die papsttreuen Bischöfe 1085 bis nach Schleswig, wo sie von König Knut unterstützt wurden.1086 brach ein Aufstand in Vendsyssel los. Knut floh nach Odense, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, aber er wurde verfolgt. In seiner Not suchte er zusammen mit seinem Bruder Bengt Schutz in der Sankt Albani Kirche, der ersten christlichen Gemeinde in Odense. Dort, so erzählt die Legende, bereitete König Knut sich auf den Tod vor, indem er beichtete und die Kommunion empfing. Durch einen Pfeil (oder eine Lanze), die durch eines der Fenster im Chorraum eindrang, starb er auf den Stufen des Altars am 10. Juli und wurde zusammen mit seinem Bruder in der Kirche begraben.Schon bald wurde von Wunderheilungen an seinem Grab berichtet. Später wurden seine Gebeine in den Dom überführt, die heutige Sankt Knuts Kirche, deren Bau er selbst initiiert hatte. Dort befinden sie sich noch heute.

 

Knuts Bruder Erik Ejegod erhielt bei Papst Paschalis II die Erlaubnis zum öffentlichen Kult von Knut (1099)

Der Schrein wurde am 19.4. 1100 überführt. 

Die Familie des heiligen Knut

Nach Knuts Ermordung kehrte seine Ehefrau Adela, die Tochter des flandrischen Grafen Robert I. war, in ihre Heimat zurück. Karl, ihr

Sohn, wurde Graf von Flandern. Knuts Tochter Ingegerd heiratete den schwedischen Adligen Folke den Dicken. Er war Stammvater des Königsgeschlechtes der Folkunger. 

 

Knut - ein vom Papst heilig erklärter Heiliger

Knut der Heilige war wahrscheinlich der 10. Heilige, der überhaupt vom Papst heiliggesprochen wurde, d.h. er wurde außerhalb der lokalen Kirche als Heiliger erklärt. Damit ist eine neue Tradition im Kommen. 

 

Spuren des heiligen Knuts im Heiligen Land

Im 11. Jhd. malte ein Bischof die Säulen des Hauptschiffs in der Geburtskirche in Bethlehem mit großen Heiligenbildern. Dort gibt es auch eine Darstellung des heiligen Knut, mit einer Krone auf dem Kopf. In der rechten Hand trägt er eine Lanze und einen Schild mit einem Kreuz in der Hand.

 

Spuren des heiligen Knuts in Rom

1641 stiftete der Konvertit Christian Payngk in Rom eine Kapelle zu Ehren des heiligen Knut. Sie befindet sich in der Kirche Santa Maria in Traspontina, nahe der Peterskirche.

 

Spuren des heiligen Knuts nach der Reformation

Die erste katholische Kirche, die man nach der Reformation in Dänemark bauen konnte, liegt in Fredericia. Sie wurde 1687 dem heiligem Knut König geweiht. 

 

Knut – ein Märtyrer?

Knut, bekannt für seine kirchenfreundliche Politik, wurde in einer Kirche erschlagen. Daraufhin wurde er zum Märtyrer erklärt.

1101 wurde er heiliggesprochen. Sein Festtag ist 10. Juli. Kund, der Heilige, ist der Schutzpatron Dänemarks.

 

Verehrung

Knut ist im Dom von Odense begraben; sein Skelett ist heute in einem Glassarg zu sehen. Skandinavische Weihnachtstradition

Angeblich soll der heilige Knut angeordnet haben, dass die Weihnachtszeit bis zum 13. Januar, dem so genannten St.-Knut-Tag, verlängert werden soll. Es gibt sehr unterschiedliche Erklärungen zur Herkunft des Sankt Knut Tages in Skandinavien. Einige Quellen behaupten, dass der heilige Knut am 13. Januar 1086 n.Chr. ermordet wurde. Andere berichten, dass dieses Datum mit seiner Anordnung zusammengefallen sei, die Weihnachtszeit auf 20 Tage auszudehnen. Keine der Thesen ist jedoch historisch verbürgt. Die katholische Kirche feiert Knut nicht im Januar, sondern am 10. Juli, weshalb das Datum seines Todes wahrscheinlich nicht im Januar liegt. Der Sankt Knuts Tag wird heute nicht mehr in Dänemark, sondern in Schweden, Finnland und Norwegen gefeiert, wo man erst am 13.1. den Schmuck vom Weihnachtsbaum entfernt. Vor allem in schwedischen Familien wird dann der Weihnachtsbaum

geplündert und die letzten Süßigkeiten werden gegessen.

Die Europäischen Heiligen der Vorwoche finden Sie hier:

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