Heiliger der Woche: Willibrord

Der Hl. Willibrord (c) Robert Nederkoorn
Der Hl. Willibrord (c) Robert Nederkoorn

Apostel der Friesen, Bischof von Utrecht und Apostel der Niederlande

 

Leben

Willibrord wurde im Jahr 658 in Northumbria, England geboren. Er starb 739 in Echternach in Luxemburg. Er wurde benannt nach Vili, einem der obersten Götter der nordischen Mythologie. Unsere Kenntnisse über Willibrord stammen von Beda Venerabilis, dem angelsächsischen Mönch und Theologen, und der Vita Willibrords von Alkuin, einem späteren Gelehrten, der ebenfalls aus Northumbria stammte und als Leiter der Aachener Hofschule Kaiser Karls des Großen der einflussreichste Gelehrte seiner Zeit und Begründer der karolingischen Renaissance war. Der siebenjährige Willibrord wurde zur Erziehung in ein Kloster nach Ripon geschickt. Später studierte er in Frankreich und Irland, wo er 688 zum Priester geweiht wurde. Willibrord wird als eine heitere Person beschrieben, als gebildet und unternehmungslustig und als jemand, der ein lockeres Mundwerk und Sinn für Humor besaß. Und natürlich Glauben, Hoffnung und Liebe.

Sarkophag des Hl. Willibrord (c) Robert Nederkoorn
Sarkophag des Hl. Willibrord (c) Robert Nederkoorn

Wirken

690 reiste Willibrord mit zwölf Gefährten nach Friesland und Sachsen, wo zwei der Priester, die ihn begleiteten, als Märtyrer starben. 696 wurde er in Rom zu ersten Erzbischof der Friesen geweiht und Pippin, der Herrscher der Franken, wies ihm einen Ort bei Wiltaburg, heute Utrecht, zu, wo Willibrord eine Kirche bauen ließ. Bis heute ist Utrecht Sitz eines Erzbischofs, der gleichzeitig Primas der Niederlande ist.

 

Um 700 errichtet Willibrord ein zweites wichtiges Missionszentrum in Echternach, am Ufer der Sauer. Er setzte seine Missionstätigkeit fort, besonders in den Niederlanden. Allerdings scheint er auch Dänemark und vielleicht sogar Thüringen erkundet zu haben. Einmal kam er bei einer solchen Mission nun so eben mit dem Leben davon: er wurde von einem heidnischen Priester auf Walcheren wegen der Zerstörung eines Götzenbildes angegriffen.

 

Willibrord erlebte es, dass der Sohn von Karl Martell, dem Begründer der karolingischen Dynastie, 714 in seiner Kirche in Echternach getauft wurde. 716 wurde der Bischofssitz in Utrecht von geplündert. Danach verbrachte Willibrord fast seine gesamte Zeit in Echternach, wo er 739 starb. Er wurde in einem steinernen Sarkophag bestattet, der immer noch dort besichtigt werden kann.

Es gibt keine Originalschriften von Willibrord mit Ausnahme einer Randnotiz in den Annalen von Echternach, die von ihm stammen soll und in der er bemerkt, dass er "obwohl unwürdig", zum Bischof ernannt worden sei.

 

In Willibrord-Vita, geschrieben von Alkuin 60 Jahre nach Willibrords Tod, erfahren wir, dass seine "Seele vin einer Engelschar hinuaf in das himmlische Reich getragen worden sei". Alkuin berichtet darin auch von einem höchst interessanten Wunder, dass Willibrord bewirkt habe. Als Willibrord nache einer langen Reise müde zum  Haus eines Freundes gelangte, bat er dort um eine Mahlzeit. Als sich herausstellte, dass es keinen Wein im Hause gab, gab er Anweisung, dass man ihm vier kleine Flaschen bringen möge. Er segnete sie im Namen Jesu Christi, der bei der Hochzeit von Kana Wasser in Wein verwandelte. Nach Willibrords Segnung labten sich an die vierzig Leute am Wein aus den kleinen Flaschen. Mit Herzen voller Dankbarkeit und Freude sagten sie zueinander: "Unser Herr Jesus hat wahrhaftig sein Versprechen aus dem Evangelium erfüllt: 'Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, denn ich gehe zum Vater.' (Joh 14,12)"

Statue des Hl. Willibrord (c) Robert Nederkoorn
Statue des Hl. Willibrord (c) Robert Nederkoorn

Verehrung

Bereits sehr bald nach seinem Tod wurde Willibrord als Heiliger verehrt und Pilger kamen an sein Grab. Seine Lebensgeschichten erzählen von Legenden und unzähligen Wundern, sodass sein Ruhm und seine Verehrung im westlichen Europa beträchtlich zunahm. Willibrord-Brunnen und Willibrord-Quellen entlang seinen Reiserouten als Missionar zeugen von seiner großen Aktivität als Täufer. Pilger kamen an diese Orte, weil sie hofften, von Epilepsie geheilt zu werden.

 

Willibrord wird sowohl in den Niederlanden als auch in Luxemburg verehrt. In Echternach finden wir das Kloster, in dem er zuletzt lebte und starb. Dort steht auch eine jüngere Basilika an der Stelle der Kirche, die Willibrord erbauen ließ. Die Echternacher Springprozession ist in der katholischen Welt wegen ihre langsamen Vorwärtskommens sehr bekannt; ihre Teilnehmer machen drei Schritte vorwärts und zwei zurück, sodass sie fünf Schitte machen, um einen Schritt vorwärts zu kommen. Die Prozession findet jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten statt und ist heute eine große Touristenattraktion. In Belgien, den Niederlanden und entlang des Niederrheins gibt es bis heute eine große Anzahl an Pfarrkirchen, den dem Willibrord geweiht sind.

 

In den Niederlanden wurde 1841 sogar ein kleines Dorf nach ihm benannt. 1947 errichtete man in der Stadt Utrecht eine Statue des Hl. Willibrord zum Gedenken an seinen 1200. Todestag. Das Denkmal wurde so aufgestellt, dass der Hl. Willibrord auf die Stelle schaut, an der einst seine Kriche stand. Diesmal ist zudem der Ausgangspunkt für die jährliche Willibrord-Prozession im September. Von der Statue des Heiligen gegen die Gläubigen in einer Prozession zur Katharinenkirche. Während der Prozession wird der Schrein mit den Reliquien des Hl. Willibrord zu dieser Kathedrale getragen, wo er ruht.

Die Europäischen Heiligen der Vorwoche finden Sie hier:

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