Heiliger der Woche: Olav II. Haraldsson

Hl. Olav, Statue aus der Kirche in Raisio, Anfang des 15. Jh.
Hl. Olav, Statue aus der Kirche in Raisio, Anfang des 15. Jh.

Gedenktag: 10. Juli

Name bedeutet: Spross der Ahnen

 

Sein Leben und Wirken

Der Norwegische König Olav Haraldsson II. wurde 955 als Sohn eines Wikingerkönigs geboren. Mit 12 Jahren bekam Olav ein Schiff, seine Raubzüge führten ihn 1007-1009 in die Ostsee, 1009 bis 1011 nach Dänemark, Holland und England, wo er Canterbury eroberte, dann eine Zeitlang im Dienst von König Ethelred II. stand und das Christentum kennenlernte. Danach kam er auf seinen Beutezügen bis vor Gibraltar. Dort hatte er eine Vision, in der ihm der Königsthron Norwegens verheißen wurde.

 

1014 wurde Olav in Rouen in der Normandie getauft. Bald darauf kehrte er in seine Heimat zurück und begann seine Vision in die Tat umzusetzen. Es gelang ihm die vielen kleinen norwegischen Königtümer zu vereinigen, die Dänen zu vertreiben und 1016 zum König von ganz Norwegen zu werden.

 

Olav rief Missionare ins Land, er ließ Kirchen bauen und für alle Menschen, die die Taufe ablehnten, ließ er Strafen einführen. Im Jahre 1027 kam der dänische König Knut mit einer englisch-dänischen Flotte in Norwegen an und besiegte Olav in einer Schlacht.

Olav floh mit seinem Sohn Magnus zu Jaroslaw, Großfürst von Kiew, dessen Frau Anna er einst hatte heiraten wollen, nach Weliki Nowgorod. Er verbrachte einige Jahre am Hof von Jaroslaw in Nowgorod. 1030 machte er sich wieder auf die Reise, um für sein Land zu kämpfen. Aber sein Sohn Magnus blieb bei Jaroslaw und Anna, die für einige Jahre seine Zieheltern blieben.

 

In Schweden sammelte Olav ein neues Heer um sich, mit dem er gegen Trondheim loszog. Olavs Leben endete am 29. Juli 1030 mit einer Niederlage. Er fiel bei dem Versuch sein Reich zurückzuerobern, in der Schlacht von Stiklestad gegen seinen Gegner Knut den Großen, König von Dänemark und England.

Burg Olavinlinna in Savonlinna
Burg Olavinlinna in Savonlinna

Seine Reliquien und seine Verehrung

Schon bald nach seinem Tod erfuhr Olav Nachruhm als Märtyrer und Heiliger. Der Olavskult verbreitete sich von Norwegen aus nach Dänemark, Island, Finnland und Russland. Die Vermutung, dass Olav ein heiliger Mann sei, begann sich zu verbreiten und ein Jahr nach Olavs Begräbnis gelang es seinen Angehörigen, den Bischof zur Öffnung des Grabes zu bewegen. Der Sage nach soll Olav ausgesehen haben als schliefe er. Sein Haar und seine Nägel hatten nicht aufgehört zu wachsen und seine Haut war frisch und rosig und ein wundervoller Duft soll von ihm ausgegangen sein. Olavs Gebeine wurden im Sommer 1031 in die Clemenskirche in Trondheim überführt, Ende des 11. Jahrhunderts wurde ihm zu Ehren die Kathedrale in Trondheim gebaut, die größte skandinavische Kirche. In der

Reformationszeit wurde der goldene Olav-Schrein nach Dänemark gebracht, die Reliquien wurden zerstört, aber die kleinen Knochenfragmente wurden zum Glück gerettet und befinden sich heute in einigen skandinavischen Kirchen. Die heiligen Bilder zeigen Olav als König mit Königskrone und Königsmantel oder als Ritter in Ritterrüstung.

 

Meistens wird Olav dabei mit Streitaxt und einem Krug, mit Reichsapfel als Herrschaftssymbol oder mit Ziborium als Symbol kirchlicher Gerichtsbarkeit dargestellt, mit braunen, roten oder goldenen Haaren und Bart. Die Axt ist Zeichen der Herrschaft und des Märtyrertodes, denn durch den Axthieb im Knie erhielt Olav seine Wunde. Außerdem ist fast immer eine Tiergestalt mit einem Menschenschädel oder ein Drache unter seinen Füßen dargestellt. Diese Figur symbolisiert das besiegte Heidentum.

Schon kurz nach seinem Tod verbreiteten sich immer mehr die Leidens- und Wundergeschichten von Olav. Älteste Quellen über Olavsleben sind liturgische Texte aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, dann eine Reihe von Sagas und Legenden. Sie alle berichten vom Leben Olavs, von seinem Leiden in der Schlacht von Stiklestad und von den acht Wundern, die bei der Bestattung Olavs und an seinem Grab in Nidaros geschahen.

 

Olav war einer der größten Königen und Missionare des Nordens. Olav hat das Christentum nach Skandinavien gebracht und wurde später heiliggesprochen. Bis heute ist er als Olav der Heilige bekannt und gilt als Schutzpatron von Norwegen und Beschützer der Ritter, Bauern und Seefahrer.

Hl. Olav, Statue in der Burg Olavinlinna
Hl. Olav, Statue in der Burg Olavinlinna

Seine Verehrung in Finnland

In Finnland wurden Olav 14 Kirchen geweiht. Der Todestag Olavs am 29.7. wurde zu seinem Gedenktag, an dem das Olavsfest gefeiert wird. An diesem Tag gibt es Konzerte, Lesungen, Theater, Handwerkermarkt.

Die Nacht vom 28. auf den 29. Juli wird mit einer Vigil, einer Gebetsnacht, gefeiert.

 

Außerdem wurde auf der kleinen Felseninsel Kyrönsalmi in Savonlinna etwa um 1475 eine Burg gebaut, die nach dem heiligen Olav Olavinlinna genannt wurde. Die Burg diente zur Sicherung der umstrittenen Region Savo. Noch bis in das 17. Jahrhundert kämpften Schweden und Russland um dieses Gebiet. In der Zentralhalle der Burg steht eine überlebensgroße Statue aus dem Jahr 1912. Die Sandstein-Statue des finnischen

Bildhauers Ville Valgren zeigt Olav in Ritterrüstung und mit der Krone auf dem Kopf. Die Burg hat drei Türme. Im Kirchenturm (ursprünglich Olavs Turm genannt) befindet sich eine kleine ökumenische Kapelle mit dem Olavs-Altar.

Olavs-Altar in der katholischen Kapelle der Burg Olavinlinna
Olavs-Altar in der katholischen Kapelle der Burg Olavinlinna

Olavs Pilgerschaft

Der Schrein des Heiligen Olavs im Nidarosdom war und ist ein wichtiges Wallfahrtsziel für Pilger aus ganz Europa. Zu seinem Grab in Nidaros kamen Pilger aus Skandinavien und Nordeuropa über fast 500 Jahre. In jüngster Zeit erfährt diese Tradition in vielen Ländern eine starke Belebung. Der Olavsweg, der zum Grab des heiligen Olav im Nidarosdom in Trondheim führt, wurde 2010 zum europäischen Kulturweg

erhoben. Es entwickelte sich ein über 5000 km großes Netz von Pilgerwegen mit verschiedenen Routen in Norwegen, Dänemark und Schweden.

 

Auch in Finnland will man den St. Olav- Pilgerweg in nächster Zeit eröffnen. Dies wird die weltweiterste Route sein, die teilweise durch Wassergebiete verläuft. Sie startet in Trondheim und führt dann durch die Finnischen Schären nach Turku und weiter durch finnische Städte und Dörfer, wo sich Olavs Kirchen oder Kapellen befinden. Es ist geplant den Olavs-Pilgerweg weiter bis zum russischen Nowgorod fortzusetzen. Diesen Pilgerweg kann man zu Fuß, mit dem Fahrrad und die Wassergebiete mit dem Boot überwinden. Das finnische St. Olav Pilgerweg- Projekt entsteht mit Hilfe des Brahea-Zentrums der Universität Turku und mit Hilfe des Leader-Projekts, an dem verschiedene finnische Regionen teilnehmen.

Die Europäischen Heiligen der Vorwochen finden Sie hier:

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