Heiliger der Woche: Ignatius von Loyola

Ignatius von Loyola - Gründer der Gesellschaft Jesu (1540), Südbelgische Jesuitenprovinz, Brüssel
Ignatius von Loyola - Gründer der Gesellschaft Jesu (1540), Südbelgische Jesuitenprovinz, Brüssel

Ignatius von Loyola wurde 1491 in Azpeitia in der Baskischen Provinz im Norden Spaniens geboren. Er war das jüngste von dreizehn Kindern. Im Alter von etwa dreizehn Jahren kam er als Page an den Hof von J. V. De Cullar, dem Schatzmeister des Königreiches von Kastilien. Damit hatte er auch Zugang zu Bildung und gesellschaftlichem Leben am königlichen Hof.

Mit 26 Jahren trat er in den Dienst des kastilischen Vizekönigs zu Navarra und war mit politisch-militärischen Aufgaben betraut.

 

Bei der Verteidigung der Festung von Pamplona wurde er am Bein verletzt. Die Knochen wuchsen nicht richtig zusammen, so dass das Bein noch einmal gebrochen werden musste. Es ging ihm immer schlechter und die Ärzte gaben ihm kaum Überlebenschancen. Aber am Fest von Peter und Paul wurde sein Zustand wieder besser. Das Bein heilte, aber es blieb etwas kürzer als das andere.

Ignatius verfasst die Geistlichen Übungen, das Exerzitienbuch, Chevalier-Tayler (1908) in der Kirche Sacred Heart London-Wimbledon
Ignatius verfasst die Geistlichen Übungen, das Exerzitienbuch, Chevalier-Tayler (1908) in der Kirche Sacred Heart London-Wimbledon

Während seiner Genesung war ihm langweilig und er wollte einen Ritter- oder Liebesroman lesen. Stattdessen fand er ein Buch über Heilige und eines über das Leben Jesu. Je mehr er las, desto besser gefiel es ihm. Oft träumte er auch nur so in den Tag hinein und stellte sich vor, wie es ist, wenn man berühmt und erfolgreich wird. Wenn er etwas über die Heiligen oder über Jesus las, war er ruhig und zufrieden. Nach seinen langen Tagträumen fühlte er sich aber unruhig und unzufrieden. Dieser Unterschied ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Später nannte er ihn die "Unterscheidung der Geister".

 

Unterwegs nach Barcelona macht er als Pilger die innige Erfahrung Gottes. Die Erfahrung, die ihn befähigte, Gott in allen Dingen zu finden. Diese Gabe, Gott in allen Dingen zu finden, ist die eigentliche Stärke der Jesuiten. Ignatius legte in den Satzungen der Gesellschaft Jesu keine fixen Gebetszeiten fest, weil Gott zu finden in allen Dingen die ganze Zeit zum Gebet macht.

Ignatius von Loyola SJ schreibt die Ordenssatzung, Gemälde von Jusepe de Ribera (?), 1609, in der Generalskurie der GesellschaftJesu Rom
Ignatius von Loyola SJ schreibt die Ordenssatzung, Gemälde von Jusepe de Ribera (?), 1609, in der Generalskurie der GesellschaftJesu Rom

Ignatius war 33 Jahre alt, als er sich zum Studium entschloss. Er wollte Priester werden. Zwei Jahre lang lernte er Latein in Barcelona, dann studierte er an der Universität in Alcala. Dort brachte ihn seine religiöse Begeisterung in Schwierigkeiten. Er wurde unter Verdacht auf Häresie ins Gefängnis geworfen.

 

An seinen Aktivitäten und in seinen Reden wurde nichts Häretisches gefunden. Er begannt Theologie in Paris zu studieren. Dort lernte er Franz Xaver und Peter Faber kennen, die seine ersten Gefährten wurden. Ihnen gab er ersten die "Geistlichen Übungen". In Paris legten die Männer die Gelübde der Keuschheit und der Armut ab. Sie stellten sich in Rom dem Papst zur Verfügung. Es wurde beschlossen, eine Gemeinschaft zu gründen, an deren Spitze ein Generaloberer stehen soll. Die offizielle Bestätigung des neuen Ordens erfolgte durch Papst Paul III. am 27. September 1540. Der Orden wurde bekannt als Gesellschaft Jesu, in Latein Societas Jesu (Abkürzung SJ).

 

Zum ersten Generaloberer wurde Ignatius gewählt. Über Jahre hinweg bis zu seinem Tod arbeitete er an den Konstitutionen der Gesellschaft Jesu. Zu seiner Zeit entstanden Jesuitenhäuser in ganz Europa bis nach Brasilien und Japan. Der Orden wurde größer, und die Mitglieder verstreuten sich über die Erdteile. Seit seiner Studienzeit in Paris litt Ignatius an Magenschmerzen, sein Gesundheitszustand wurde schlechter und er starb am 31. Juli 1556 in Rom.

 

Ignatius wurde am 27. Juli 1609 selig- und am 12. März 1622 zusammen mit Franz Xaver von Papst Gregor XV heiliggesprochen.

Ignatius übergibt 1540 den Entwurf der Ordenssatzungen an Papst Paul III., Gemälde, 1622, Jesuitenkirche IL Gesú Rom, Vorraum zur Sakristei
Ignatius übergibt 1540 den Entwurf der Ordenssatzungen an Papst Paul III., Gemälde, 1622, Jesuitenkirche IL Gesú Rom, Vorraum zur Sakristei

Die Jesuiten sind mit gut 20.400 Mitgliedern die weltweit größte Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche. Die Mitglieder des Ordens sind keine Mönche; sie tragen kein Ordenskleid, kennen keine gemeinsamen Gebetszeiten und keine klösterliche Ordnung. Man spricht daher von einem "apostolischen" Orden. Da der apostolische Einsatz der Jesuiten nicht auf bestimmte Tätigkeiten beschränkt ist, arbeiten die Mitglieder des Ordens zusammen mit weltlichen Fachkräften in den verschiedensten Bereichen: in Glaubensverkündigung und Katechese, in theologischer Forschung und Wissenschaft, in Bildungs- und Jugendarbeit, in der Sozial- und Flüchtlingsarbeit, am geistlichen Zentren für Exerzitien.

1599 entstand die "Ratio Studiorum", eine Art Studienordnung für Jesuitenschulen. Eine internationale Arbeitsgruppe des Ordens hat die Grundzüge jesuitischer Erziehung neu reflektiert und 1986 formuliert.

 

Hier eine schematische Übersicht:

  • weltbejahend;
  • legt Wert auf individuelle Behandlung und Sorge für jeden einzelnen;
  • hält dazu an, das ganze Leben lang weiter zu lernen;
  • orientiert sich an Werten;
  • stellt Jesus Christus als Vorbild menschlichen Lebens vor Augen;
  • feiert den Glauben im Gebet, im Gottesdienst und im Dienst an den Menschen;
  • sucht die Bereitschaft zum "jeweils größeren und besseren" zu wecken;
  • vollkommene Entfaltung der Fähigkeiten, verbunden mit der Bereitschaft, sie für andere einzusetzen.
Logo der Schule
Logo der Schule

Jesuitische Spuren in Litauen Das Jesuitengymnasium ist eingebunden in das weltweite Netz der Jesuitenschulen und der Schulen in ignatianischer Tradition.

 

Das Jesuitengymnasium Kaunas befindet sich in Litauen in der Altstadt von Kaunas, in unmittelbarer Umgebung des Rathauses, der Kathedrale, der Jesuitenkirche und des (Flusses) Memels. Die Schule wurde im Jahre 1649 gegründet, im Laufe ihrer bewegten Geschichte aber mehrmals geschlossen, bis sie 1924 ihre Tätigkeit wieder aufnehmen konnte.

 

Die Schule ist eine private Bildungseinrichtung, die ihren Schülerinnen und Schülern eine den staatlichen Standards entsprechende Bildung garantiert. Dabei ist die Schule natürlich bestrebt, bei ihren Schülerinnen und Schülern die Entwicklung einer selbständigen, kreativen und schöpferischen Persönlichkeit zu unterstützen sowie die Entwicklung ihrer speziellen Interessen und Talente zu fördern. Im Gymnasium herrschen alte humanistische und katholische Traditionen, in die sich die Schülerinnen und Schüler gerne einbringen.

 

Zur Umsetzung der ignatianischen Tradition fühlt sich die Schulgemeinschaft folgenden Kriterien verpflichtet:

  • Am Kolleg soll jeder Einzelne seine Würde als Geschöpf erfahren.
  • In gewissenhafter Reflexion wird nachgedacht über die Bedeutung des Gelernten.
  • Gymnasiasten setzen sich ein für Gerechtigkeit im unmittelbaren Umfeld und in der Welt.
  • Die Fragenach Gott wird gestellt und im Alltag wach gehalten.

 

"Cura personalis" - die "Sorge um die einzelne Person" ist ein Markenzeichen jesuitischer Pädagogik. Es gehört zum Alltag, sich intensiv mit den Schülerinnen und Schülern auseinander zu setzen. Das Hauptziel - Schüler nicht nur zu guten Leistungen zu führen, sondern sie in ihrer ganzen Persönlichkeit zu fördern.

 

Das Sozialpraktikum ist im schulischen Curriculum verankert. Es wird als eine Art Herausforderung bezeichnet, weil die Schüler:

  • im christlichen Sinne Helfen lernen;
  • bewusst für andere Menschen da sind;
  • Erfahrungen sammeln;
  • durch die Begegnung mit Grenzen, mit Krankheit, mit Leid, mit Entwürdigung und mit den unterschiedlichsten Facetten des Lebens offen für existentielle Fragen werden.

 

Die Europäischen Heiligen der Vorwochen finden Sie hier: