Heiliger der Woche: Franz Xaver

Kirche des hl. Franz Xaver in Litauen
Kirche des hl. Franz Xaver in Litauen

Der Heilige wurde am 7. April 1506 in Schloss Xavier in Spanien geboren und war Mitglied der Jesuiten und ein Missionar, der in Indien und China das Evangelium verkündete. Er lehrte den Kindern den Katechismus und ermutigte sie auch, das Wissen weiterzugeben. Bevor er zu den Menschen ging erlernte er ihre Sprache, studierte ihre Kultur und ihren Glauben.

 

Er war eitel und karrierebewusst, gab aber während des Studiums seinem Leben eine radikale Wende. Franz Xaver kam mit 19 Jahren nach Paris, wo er beim Studium den heiligen Ignatius von Loyola kennen lernte. Er half Ignatius bei der Erstellung der Ordensregeln und gehörte dann 1534 zu den sieben Gründungsvätern des Jesuitenordens. 1537 wurde er gemeinsam mit Ignatius und vier weiteren Gefährten in Venedig zum Priester geweiht. Er übernahm das Amt des ersten Sekretärs des Ordens.

Franz Xaver wurde 1541 über nach Goa - der damaligen portugiesischen Kolonie im Westen Indiens - geschickt. Die Reise dauerte 13 Monate; Franz Xaver revitalisierte das Christentum der portugiesischen Kolonialbeamten durch Unterricht, Predigt, Beichte. Er missionierte unter den armen Perlfischern in Südindien, taufte in einem Monat zehntausend Makau-Fischer. Nach drei weiteren Jahren Tätigkeit im heutigen Indonesien, gelangte er 1549 als erster Missionar nach Japan, wo er in Yamaguchi eine christliche Gemeinde gründete. 1552 kehrte Franz Xaver nach Goa zurück; inzwischen war er von Ignatius zum Ordensprovinzial ernannt worden, was ihn mit großer Freude erfüllte. 1552 unternahm er eine Missionsreise nach China, wo er nach kurzer schwerer Krankheit starb.

 

Eine Legende erzählt, wie Franz Xaver sich 1545 auf einem Schiff den Indischen Ozean befuhr, als ein heftiger Sturm einsetzte. Er begann zu beten und warf ein Kreuz ins Wasser, das an einer Schnur befestigt war, und stillte so den Sturm. Das Kruzifix löste sich aber von seiner Befestigung und versank im Wasser. Als am nächsten Tag das Schiff am Festland ankam, sah Franz Xaver eine Krabbe, die das verlorene Kreuz in ihren Scheren trug. Dieses Kreuz befindet sich heute in der Kapelle des Königspalastes in Madrid. Franz Xaver ist neben Aloisius von Gonzaga der am meisten verehrte Heilige des Ordens. Sein Geburtsort Javier ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten in Spanien.

 

Verehrung

Franz Xavers Leichnam wurde 1554 nach Indien überführt, wo er in der Basílica do Bom Jesus bis heute als einer der größten Missionare aller Zeiten verehrt wird. 1615 wurde dem Generalat der Jesuiten in Rom eine Armreliquie überlassen, die in der Kirche Il Gesù auf dem Franz-Xaver-Altar verehrt wird. Er wurde 1619 selig- und 1622 heiliggesprochen.

 

Text und Bild: Ingrida Stoniene und Team, Litauen

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