Heiliger der Woche: Johannes Paul II.

Hl. Johannes Paul II. - bürgerlich Karol Józef Wojtyła

  • geboren am 20. Mai1 920 in Wadowice, Polen;
  • gestorben am 02. April 2005 im Rom, Vatikan

war vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tod 26 Jahre und 5 Monate lang Papst der römisch-katholischen Kirche. Er war Philosoph, Humanist, Schöpfer der personalistischen Anthropologie und Ethik, Theologe, Dichter, Schauspieler, Priester, Bischof, Kardinal und der erste Slawe auf dem Papstthron. Er hat auf der ganzen Welt außergewöhnlich gute Anerkennung gefunden. Ihm wird eine maßgebliche Rolle u.a. bei der Beendigung des Sozialismus in Polen und anderen europäischen Ländern zugeschrieben. Johannes Paul II. wurde in Rom am 1. Mai 2011 von Papst Benedikt XVI selig- und drei Jahre später am 27. April 2014 von Papst Franziskus heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 22. Oktober, der Tag seiner Inthronisation im Jahre 1978.

Treffen des Heiligen Vaters Johannes Paul II. mit Vertretern der Welt der Wissenschaft in der Halle der katholischen Universität Lublin - Lublin am 9. Juni 1987
Treffen des Heiligen Vaters Johannes Paul II. mit Vertretern der Welt der Wissenschaft in der Halle der katholischen Universität Lublin - Lublin am 9. Juni 1987

Johannes Paul II. kümmerte sich in erster Linie um Familien, Jugendliche und Kranke. Ein besonderes Ergebnis seines spirituellen Erbes ist ein reiches Lehramt, Bekanntmachung des Katechismus der katholischen Kirche, des Kanonischen Kodex der lateinischen Kirche und der Ostkirchen. Er näherte sich der Welt an Kirche und Kirche an die Welt. Dank ihm war es eine absolute Sensation in der Geschichte der Welt, ohne Blutvergießen, zerfällt friedlich sozialistisches System.

 

Johannes Paul II nahm die repräsentativen Aspekte des Papstamtes verstärkt wahr. Dies zeigte sich vor allem in den 104 Auslandsreisen des Papstes, Pastoralbesuche genannt, auf denen er 127 Länder besuchte. Seine Reisetätigkeit trug ihm rasch den Spitznamen „eiliger Vater“ ein. Johannes Paul II. unternahm während seiner Amtszeit mehr Auslandsreisen als alle früheren Päpste zusammen. 

 

Während seines mehr als 26-jährigen Dienstes proklamierte Johannes Paul II. 14 Enzykliken, 14 Ermahnungen, 11 apostolische Verfassungen, 43 apostolische Briefe, die 9 Konsistorien einberufen und rund 240 Kardinäle (davon 5 Polen) und 2,5 Tausend ernannten. Bischöfe; er ordinierte über 2.000 Priester, 478 Heilige (davon 10 Polen) heiliggesprochen, 1318 Selige (davon 154 Polen) selig gesprochen, Vorsitz bei 5 Plenarsitzungen des Kardinalkollegiums, 6 Generalversammlungen der Bischofssynode, einer außerordentlichen Versammlung der Bischofssynode, sieben Sonderversammlungen der Bischofssynode; Er akzeptierte ungefähr 1.400 politische Persönlichkeiten und gab ungefähr 4.000 an Reden (davon 2.500 im Ausland).Während 104 Auslandsreisen traf Johannes Paul II. hunderttausende Gläubige, Vertreter anderer christlicher Kirchen, Anhänger nichtchristlicher Religionen, kranke und behinderte Menschen und Jugendliche.

 

Die Zahl aller von seinen Vorgängern in den letzten 400 Jahren insgesamt heiliggesprochenen Personen ist nur etwa halb so hoch. Bei der Heiligsprechung der polnischen Ordensschwester Faustina Kowalska – sie gilt als „Apostelin der Barmherzigkeit Gottes“ – am Weißen Sonntag des Heiligen Jahres 2000 erklärte Johannes Paul II. den Weißen Sonntag zum „Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit“. Die von ihm heiliggesprochene italienische Kinderärztin Gianna Beretta Molla gilt als Vorbild der Abtreibungsgegner. Auf Kritik, auch innerhalb der Kirche, stieß die Selig- und Heiligsprechung des Opus-Die-Gründers Josemaria Escriva. Wie seit Paul VI. üblich, stand Johannes Paul II. auch den Seligsprechungsfeiern persönlich vor. Sein Nachfolger Benedikt XVI. überließ diese Aufgabe wieder dem Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen.

 

Zu den Trauerfeierlichkeiten am 8. April haben sich über zwei Millionen Gläubige aus aller Welt in Rom eingefunden, darunter Staatsoberhäupter und Politiker vieler Nationen sowie die obersten Vertreter der Weltreligionen. In der Krypta unter dem Petersdom findet der Papst seine letzte Ruhestätte. Später wurde der Sarg von Hl. Papst Johannes Paul II. auf den Seitenaltar der Basilika versetzt.

Sarg von Hl. Papst Johannes Paul II. auf dem Seitenaltar der Basilika
Sarg von Hl. Papst Johannes Paul II. auf dem Seitenaltar der Basilika

Verehrung

Johannes Paul II. wird in seinem Heimatland Polen besonders verehrt. Zahlreiche Straßen und Plätze wurden nach ihm benannt, u. a. die Aleja Jana Pawła II (Johannes-Paul-II.-Allee) in Warschau. Bełchatów (Belchatow) erklärte ihn am 21. Oktober 2012 zum Schutzpatron der Stadt. Vor vielen Kirchen in Polen stehen Denkmäler von ihm. Auch der Flughafen Bari wurde nach ihm benannt.

 

Eine Vielzahl von Standbildern wurde zum Gedenken an Johannes Paul II. errichtet, darunter in Tschenstochau eine 14 Meter hohe Statue aus Fiberglas, die am 13. April 2013 gesegnet wurde. Weltweit werden Reliquien des Heiligen verehrt. Darüber hinaus trägt die Johannes Paul II.- Halbinsel auf der antarktischen Livingston-Insel seinen Namen.

24. März 2002: Auszeichnung mit dem Karlspreis der Stadt Aachen für sein Engagement für Frieden und den europäischen Einigungsprozess.

Biografie

Karol Józef Wojtyła – Hl. Johannes Paul II.

 

1. Geburt: 20. Mai 1920 in Wadowice, Polen

 

2. Eltern: Emilia Kaczorowska(26.03.1884-13.04.1929) und

Karol Wojtyła (18.07.1879-18.02.1941)

 

3. Geschwister: Bruder Edmund (28.08.1906 - 05.12.1932)

 

4. Studien:

15.09.1926- Beginn der Ausbildung in einer männlichen Grundschule in Wadowice

 

September 1930 - Karol unterrichtete an der staatlichen Mittelschule- Gymnasium mit neoklassischem Profil und begann dort Deutsch zu lernen

 

Februar 1936 - Beginn einer intensiven Zusammenarbeit mit einem Avantgarde-Theaterregisseur, Schöpfer des Rhapsodisch Theater

 

05.07.1937 - Abschluss des Lagers der militärischen Vorbereitung

 

14.05.1938 – Abitur- Bakkalaureat - Karol hat alle Fächer auf den Top-Bewertungen bestanden

 

Oktober 1938 - Beginn des Studiums an der Fakultät für Philosophie und Polnische Literatur an der Jagiellonen-Universität in Krakau

 

Oktober 1942 - Eintritt in das Untergrundseminar der Erzdiözese Krakau, gleichzeitig Studium der Philosophie und Arbeit in der Fabrik Solvay

 

01.11. 1946 - Priesterweihe von Kardinal Adam Stefan Sapiecha

 

15.11.1946 - Abfahrt zu einer zweijährigen theologischen Studie in Rom

 

09.06.1948 - Verteidigung der Doktorpromotion zum Thema „Doctrina de fide apud S. Joannem de Cruce“ an der Päpstlichen Universität Angelicum in Rom, bald Rückreise nach Polen

 

16.12.1948 – PHD Promotion an der Fakultät für Theologie an der Jagiellonen-Universität in Krakau

 

30.11. - 03.12. 1953 Habilitationsschrift „Ein Versuch, die christliche Ethik nach dem Max-Scheller-System zu entwickeln“ vor dem Wissenschaftsrat an der Fakultät für Theologie an der Jagiellonen-Universität

 

5. Arbeit:

September 1940 - Zwangsarbeit in dem Steinbruch in Zakrzówek

 

Oktober 1941 - Beschäftigung als Arbeiter in der Solvay-Chemiefabrik

 

28. Juli 1948 - Priesterarbeit in der Niegowici-Gemeinde

 

17. August 1949 - Transfer in die Pfarrgemeinde Saint. Florian in Krakau, wo er ein Akademisches Pastoralministerium und ein Tourismusministerium, Kurse für Bräute und Exerzitien für Studenten bildet. Er wird als Onkel von den Mitgliedern der akademischen Gemeinschaft genannt.

 

Oktober 1953 - Beginn der Vorlesungen über Sozialethik an der Jagiellonen-Universität

 

12.10.1954 - Anstellung an der Philosophischen Fakultät der Katholischen Universität Lublin

 

01.12.1956 - Festanstellung im Lehrstuhl für Ethik der Katholischen Universität Lublin

 

28.09.1958 - Bischofsweihe in der Wawel-Kathedrale

 

30.12.1963 - Nominierung zum Erzbischof

 

26.06.1967 - Erhebung zum Kardinal vom Papst Paul VI. Mitwirkung am Zweiten Vatikanischen Konzil.

 

07-13.03.1976 - Predigt Rückzug zur Fastenzeit im Vatikan für den Papst Paul VI.

 

16.10.1978 - Während des Konklaves wird er zum Papst gewählt und nimmt den Namen von Johannes Paul II. an. Mit seiner Namenswahl bekundet Wojtyla, dass er sich in der Tradition seines Vorgängers bewegen will.

 

22.10.1978 - Inthronisation für den päpstlichen Dienst

 

13. Mai 1981: Bei einem Attentat durch den Türken Ali Agca (geb.1958) in Rom wird der Papst schwer verletzt. Das Motiv für den Anschlag bleibt ungeklärt. Einen weiteren Attentatsversuch im Mai 1982 im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima übersteht der Papst unverletzt.

 

13. April 1986 - Mit seinem Besuch der Synagoge von Rom betritt erstmals ein Papst ein jüdisches Gotteshaus.

 

27. Oktober 1986 - Papst Johannes Paul II. initiiert ein gemeinsames Gebet der Weltreligionen für den Frieden.

 

1997 - Auf dem Weltjugendtag in Paris wird der Papst von den Jugendlichen begeistert empfangen.

 

30. März 2005 - Zum letzten Mal zeigt sich Johannes Paul II. Tausenden von Gläubigen, die auf dem Petersplatz für ihn beten.

 

2. April 2005 - Johannes Paul II. stirbt im Apostolischen Palast.

 

01. Mai 2011 - Nach einem beschleunigten Seligsprechungsprozess wird Johannes Paul II. posthum von seinem Amtsnachfolger Benedikt XVI. seliggesprochen.

 

27. April 2014 - Im Vatikan wird Johannes Paul II. von Papst Franziskus heiliggesprochen. Karol Wojtyla soll zwei Wunder vollbracht haben, indem er zwei lebensgefährlich erkrankte Gläubige geheilt hat.

Text von: Grazyna Swiatowy- Breslau, Polen

 Quellen:

  • Poniewierski J.: Pontyfikat 1978-2005, Wydawnictwo ZNAK, Kraków 2005
  • Tutaj wszystko się zaczęło ... Słowo Jan Paweł II, wyd.I, Biały Kruk Sp. z o.o., Kraków 2008
  • Jan Paweł II.: https://dzieje.pl/postacie/jan-pawe%C5%82-ii
  • Johannes Paul II.: https://www.hdg.de/lemo/biografie/johannes-paul-ii.html

Die Europäischen Heiligen der Vorwochen finden Sie hier: